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Bruchköbel : Platz zum Wohnen und Einkaufen

Nimmt die Linie des Stadthauses auf: Ein Komplex an Wohnungen und Geschäften ist für das Areal des Bruchköbeler Bürgerhauses geplant. Bild: Simulation Magistrat der Stadt Bruchköbel

Der Umbau der Bruchköbeler Innenstadt geht voran. Jetzt wird über die Vergabe eines Wohn- und Geschäftshauses entschieden.

          2 Min.

          Wie der dritte Teil der Umgestaltung der Innenstadt von Bruchköbel aussehen soll, zeichnet sich in diesen Tagen ab. Über die konkrete Planung des derzeitigen Bürgerhaus-Areals soll die Stadtverordnetenversammlung in einer öffentlichen Sitzung am 19. Mai entscheiden, danach kann der dritte Bauabschnitt des Großprojekts vergeben werden. Schon in Arbeit sind die beiden ersten Abschnitte, der Bau eines neuen Stadthauses, eines Lebensmittelmarktes sowie einer Tiefgarage.

          Luise Glaser-Lotz
          (lu.), Rhein-Main-Zeitung

          Derzeit bestimmen Baukräne und Bagger, die sich in die Tiefe graben, das Bild der Großbaustelle. Später ist die Gestaltung eines Stadtplatzes vorgesehen. Um der neuen Stadtmitte Raum zu geben, wurden das in die Jahre gekommene Rathaus sowie ein unattraktives Parkdeck abgerissen. Die Stadt investiert in ihre neue Mitte knapp 33,5 Millionen Euro; als Verfahren wurde der Wettbewerbliche Dialog gewählt.

          5200 Quadratmeter Wohnfläche

          Los drei des Großprojekts umfasst ein Wohn- und Geschäftshaus auf dem Gelände des jetzigen Bürgerhauses. Es steht an letzter Stelle, weil das bestehende Gebäude erst abgerissen werden kann, wenn das neue Stadthaus fertig ist. Nach Mitteilung von Bürgermeisterin Sylvia Braun (FDP) soll der Zuschlag für den Bau an die Firma Bonava gehen, ein Projektentwickler für Wohnungsbau, der unter anderem für die Neue Mitte in Nidderau einen Wohnkomplex errichtete. Das von Bonava vorgelegte Konzept erfülle alle Erfordernisse der städtischen Planungsvorgaben, und das Unternehmen sei bereit, das Areal zu einem für die Stadt akzeptablen Preis zu erwerben. Bonava soll den Neubau errichten und auch vermarkten.

          Entstehen soll laut Braun westlich des Krebsbaches ein Gebäude, das sich gut in die Umgebung einfügt und die Linie des neuen Stadthauses aufnimmt. Etwa 30 Prozent der Fläche solle gewerblich genutzt werden. Vorgesehen seien neben Arztpraxen auch Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomie. Ansonsten seien Wohnungen „mit ansprechender und durchdachter Architektur“ geplant. Die Pläne sehen 5200 Quadratmeter an Wohnflächen vor, verteilt auf Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern. Die Gewerbeflächen sollen rund 1600 Quadratmeter umfassen. Parken können die künftigen Nutzer in einer Tiefgarage mit circa 80 Plätzen. Nach der bisherigen Planung soll der letzte Bauabschnitt bis zum Jahr 2023 vollendet sein.

          Mit der Bonava Deutschland GmbH sei ein qualifizierter Partner gefunden worden, der Referenzen in der unmittelbaren Umgebung und eine nationale wie internationale Reputation in Sachen gemischter Wohnungsbauten besitze, sagte Braun. Die Bürgermeisterin hofft, eine möglichst große Zustimmung der Stadtverordneten zu erhalten.

          Rat- und Bürgerhaus unter einem Dach

          Zentrales Element der neuen Innenstadt ist das künftige Stadthaus. Es soll zugleich die Funktion des Rathauses sowie des bisherigen Bürgerhauses und des Seniorenzentrums Mitte übernehmen. Außerdem sollen Bürger, Vereine und Institutionen Veranstaltungsflächen mieten können. Als Treffpunkt für die Bürger dienen soll zudem der künftige etwa 1100 Quadratmeter große Stadtplatz mit Gastronomie, Freiluftbühne und einem Biotop am Ufer des Krebsbaches.

          Als Generalunternehmer für die beiden ersten Bauabschnitte ging aus dem Verfahren Wettbewerblicher Dialog die Schoofs Immobilien GmbH Frankfurt hervor. Das Unternehmen errichtet das Stadthaus sowie die Tiefgarage für die Stadt und auf eigene Kosten den Lebensmittelmarkt mit einer Nutzfläche von rund 2300 Quadratmetern. Die Stadt Bruchköbel übernimmt die Kosten für den Bau des Stadthauses, für die Außenanlagen sowie für die Tiefgarage, die sie auch betreiben wird. Tagsüber soll sie von Kunden des Einzelhandels genutzt werden, abends von Veranstaltungsbesuchern. Die Kosten von 5,7 Millionen Euro für die Tiefgarage sind in der städtischen Gesamtinvestition von rund 33,5 Millionen enthalten.

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