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Bistum Mainz in roten Zahlen : Keine neuen Kindertagesstätten mehr

Muss sparen: Mainzer Bischof Peter Kohlgraf Bild: dpa

Das Bistum Mainz rechnet für das nächste Jahr mit einem Defizit in zweistelliger Millionenhöhe. Das liegt an Pensionsrückstellungen - und hat unter anderem Folgen für den ganz kleinen Nachwuchs.

          Das Bistum Mainz rechnet für das nächste Jahr mit einem Defizit von fast 23 Millionen Euro. Dafür, dass beim Wirtschaftsplan 2019 mit einem Volumen von gut 334 Millionen Euro - das entspricht einer Steigerung um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr – am Ende unterm Strich wieder „rote Zahlen“ stehen werden, seien vor allem höhere Rückstellungen verantwortlich.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

          Diese müssten zur Absicherung künftiger Pensionszahlungen, vor allem für Priester und verbeamtete Lehrer, getätigt werden, hieß es am Samstag zum Abschluss einer Tagung des Kirchensteuerrats, der sich im Erbacher Hof in Mainz mit der weiterhin angespannten Finanzlage der in 20 Dekanate und 303Pfarreien unterteilten Diözese beschäftigt hat. Im Bistum kümmern sich aktuell etwa 500 Priester und ebenso viele Ordensleuten um die Belange von knapp 730.000 Katholiken, was einem Anteil von rund 25 Prozent der in dem Gebiet lebenden Bevölkerung entspricht.

          Konsolidierung der Bistumsfinanzen

          Schon für das nun zu Ende gehende Jahr war mit einem Fehlbetrag, und zwar in Höhe von fast 27 Millionen Euro, kalkuliert worden. Als Reaktion darauf sind nach Angaben des Generalvikars, Weihbischof Udo Markus Bentz, „bereits erste Schritte zur Konsolidierung der Bistumsfinanzen eingeleitet worden“. Dazu gehört die für Sommer angekündigte Einführung von Schulgeld in den auf hessischem Terrain gelegenen Bildungseinrichtungen.

          Zudem habe man beschlossen, künftig keine weiteren Trägerschaften mehr für Kindertagesstätten zu übernehmen. Auch soll es fortan deutlich weniger Verbeamtungen geben, wovon vor allem Lehrer an Schulen betroffen sein dürften. Zwei genehmigte Großprojekte, nämlich die Sanierung des Mainzer Gymnasium Theresianum und der St. Lioba-Schule in Bad Nauheim, werden laut Bistum aber ungeachtet des „Spardiktats“ weitergeführt, was in den nächsten beiden Jahren Investitionen in Höhe von rund 50 Millionen Euro notwendig machen dürfte.

          Dreh- und Angelpunkt

          arüber hinaus zeigt sich die katholische Kirche in Mainz mit dem am Samstag vorgelegten Investitionsplan, der ein Volumen von lediglich 3,4 Millionen Euro hat, eher zurückhaltend. „Dreh- und Angelpunkt der anstehenden Konsolidierung“ sind laut Bentz die Bildungsangebote und der Immobilienbestand. Alle anderen Positionen des von Bischof Peter Kohlgraf am Ende der Beratungen erwartungsgemäß in Kraft gesetzten Wirtschaftsplans sollen nach und nach jedoch ebenfalls in den Blick genommen werden.

          Unverändert gelte das für den „Pastoralen Weg des Bistums“ erarbeitete Seelsorge-Konzept, welches vorsieht, die einzelnen Pfarreien, aber auch die Kindertagestätten dadurch zu entlasten, das Verwaltungsarbeit in Zukunft möglichst gebündelt und zentral erledigt werde. Dafür wird das Bistum, das 2019 Kirchensteuereinnahmen von gut 226 Millionen Euro erwartet, in den nächsten Jahren durchaus auch neue Stellen schaffen und zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

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