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Nach Schlaganfall : Gesundheitszustand von Kardinal Lehmann kritisch

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Seinerzeit noch gut beisammen: Kardinal Lehmann im Mai 2016 Bild: dpa

Nach einem Schlaganfall nebst Hirnblutung beschreite Kardinal Karl Lehmann „das letzte Stück seiner irdischen Pilgerreise“. So beschreibt das Bistum Mainz seinen Gesundheitszustand.

          Kardinal Karl Lehmann ist nach Angaben des Bistums Mainz in einem kritischen Gesundheitszustand. Bischof Peter Kohlgraf sprach in einem Schreiben an die Pfarrgemeinden und Mitarbeiter davon, dass sich der 81 Jahre alte Geistliche „auf den Weg macht – das letzte Stück seiner irdischen Pilgerreise“.

          Seit September vergangenen Jahres kämpft Kardinal Lehmann laut Bistum mit den Folgen eines Schlaganfalls und einer Hirnblutung. „Sein Zustand war über Monate hinweg stabil, hat sich aber nicht wirklich zum Besseren gewendet“, schrieb der Bischof. „Nun schwinden seine Kräfte deutlich, so dass wir in nächster Zeit um sein Leben bangen müssen.“

          Nach Informationen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) kam Lehmann am 21. September 2017 ins Katholische Klinikum Mainz, befindet sich aber seit dem 12. Dezember 2017 zuhause in seinem Privathaus in Mainz, wo er seitdem gepflegt wird.

          Kardinal Lehmann ist nach Angaben seines Nachfolgers ruhig und gelassen und wird von Ordensschwestern und Pflegekräften „sehr gut versorgt“. Kohlgraf bat die Gläubigen um ein Gebet für seinen Vorgänger. „Begleiten wir ihn mit unseren Gebeten, damit ihm Trost und Vertrauen für dieses Wegstück zuteilwerden.“

          Lehmann war rund 33 Jahre lang - von 1983 bis 2016 - Bischof des Bistums Mainz, dessen Gebiet in Hessen und Rheinland-Pfalz liegt. Von 1987 bis 2008 leitete er die Deutsche Bischofskonferenz. Anfang 2001 erhob ihn der damalige Papst Johannes Paul II. zum Kardinal. Lehmann war im Mai 2016 mit 80 Jahren in den Ruhestand gegangen, der gebürtige Schwabe wohnte aber weiter in Mainz. Am 27. August 2017 weihte Lehmann den Theologieprofessor Peter Kohlgraf zum neuen Bischof des Bistums Mainz - es war Lehmanns womöglich letzter öffentlicher Auftritt.

          Der Kardinal gilt als einer der prominentesten deutschen Katholiken und genießt weltweit Ansehen. In vielen Debatten bezog Lehmann klar Stellung, zum Beispiel mit seinem gemäßigt liberalen Kurs bei der Schwangeren-Konfliktberatung und bei wiederverheirateten geschiedenen Katholiken. Für die Verdienste um die Verständigung zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche ehrte ihn die Evangelische Kirche in Deutschland 2016 als ersten katholischen Träger mit der Martin-Luther-Medaille.

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