https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/biometrie-forscher-wegen-teilnahme-an-frontex-konferenz-kritisiert-17233422.html

Sicherheit bei Passkontrollen : Warum sich Flüchtlingshelfer über einen Biometrie-Forscher empören

Angreifbare Technik: Biometrische Ausweis-Scanner können mit Morphing überlistet werden Bild: AFP

Der Darmstädter Informatiker Christoph Busch arbeitet an Verfahren, mit denen illegale Einreisen verhindert werden könnten. Auch Behörden interessieren sich dafür. Linke Aktivisten finden das verwerflich.

          4 Min.

          Es wird nichts helfen. Christoph Busch kann noch so oft versichern, dass er nicht im Auftrag von Frontex arbeite und die Kritik an den Praktiken der europäischen Grenzschutzagentur ernst nehme: Für alle, die das Recht auf schrankenlose Migration propagieren, werden seine Forschungen verwerflich bleiben. Linke Aktivisten werden in dem Professor der Hochschule Darmstadt auch künftig einen Handlanger all jener sehen, die ihrer Meinung nach die „rassistische“ Flüchtlingspolitik Deutschlands und der EU zu verantworten haben. Allein deshalb, weil Busch sich mit der Frage beschäftigt, wie bestimmte Arten verbotener Einreisen durch technische Neuerungen verhindert werden können. Und weil er seine Erkenntnisse auf Konferenzen mit Behörden wie Frontex teilt.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dass Busch dies tut, hat der ZDF-Satiriker Jan Böhmermann im Februar „enthüllt“; Busch sagt, er habe daraus nie ein Geheimnis gemacht. Der Hochschul-Asta und die Flüchtlingshelfer von „Seebrücke Darmstadt“ griffen die Vorwürfe in einem offenen Brief auf und leiteten daraus die im Sinne der Cancel Culture einzig logische Forderung ab: „jegliche Zusammenarbeit von Beschäftigten der Hochschule mit Frontex unverzüglich einzustellen“. Dass Hochschulpräsident Ralph Stengler die Vorwürfe gegen Frontex, Flüchtlinge illegal zurückzuweisen, „außerordentlich alarmierend“ nennt, gleichzeitig aber die Freiheit der Wissenschaft verteidigt, ist in den Augen der Moralhüter selbstverständlich keine angemessene Reaktion.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+