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Bildung : Hessische Kinder sollen künftig schon vor der Schule nach Plan lernen

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Hessische und bayerische Kinder sollen künftig schon in frühester Jugend mit dem Lernen beginnen. Die beiden Bundesländer arbeiten einen vom Krippenalter bis zum Ende der Grundschulzeit reichenden Bildungs- und Erziehungsplan aus.

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          Hessische und bayrische Kinder sollen künftig schon in frühester Jugend mit dem Lernen beginnen. Die beiden Bundesländer arbeiten gemeinsam einen vom Krippenalter bis zum Ende der Grundschulzeit reichenden Bildungs- und Erziehungsplan aus, wie die zuständigen Ministerinnen am Donnerstag in Wiesbaden erklärten. Der Plan werde erstmals auf das individuelle Kind und nicht auf Institutionen ausgerichtet, sagte Wassilios Fthenakis vom Münchner Staatsinstitut für Frühpädagogik: „Das Ziel ist, die Kinder in ihrem selbst gesteuerten Lernprozeß zu unterstützen.“

          Es gehe nicht um eine Verschulung der Kindergärten, sondern um einen fließenden, spielerischen und frühen Beginn des Lernens, sagte Hessens Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU). Kultusministerin Karin Wolff (CDU) sagte, daß Kinder schon lange vor dem ersten Schultag lernfähig und -willig seien. Diese ersten Jahre könnten die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen wecken, aber auch verschütten.

          „Gemeinsames Vorgehen der beiden Länder ein Novum“

          Bayerns Sozialministerin Christa Stewens (CSU) nannte das gemeinsame Vorgehen der beiden Länder ein Novum. Um der Chancen der Kinder willen müßten sich die Bundesländer über die frühe Bildung verständigen; Bildungsstandards des Bundes bräuchten sie dazu allerdings nicht. Nach Angaben Lautenschlägers und Stewens' besuchen 99 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen Kindergärten.

          Grundlage des gemeinsamen Projekts ist der derzeit in Bayern erprobte Bildungs- und Erziehungsplan für die ersten sechs Lebensjahre. Ein Entwurf des neuen Vorhabens soll im November vorliegen. Die Länder wollen ihn mit Kindergartenträgern wie Kommunen und Kirchen abstimmen, erproben und im November 2006 zu „Handreichungen“ für die Kinderkrippen und -gärten ausformulieren.

          Anspruchsvollere Aufgaben für Erzieherinnen

          Anders als bei den Schulen kann das Land für Kindergärten keine verbindlichen Lehrpläne erlassen. In Vorgesprächen hätten die Kindergartenträger aber großes Interesse an den geplanten Empfehlungen bekundet, sagten Wolff und Lautenschläger. Auf die Erzieherinnen kämen damit anspruchsvollere Aufgaben zu, betonte die hessische Kultusministerin. Deshalb werde sie im Sommer den noch aus dem Jahr 1986 stammenden Ausbildungsplan für Kindergärtnerinnen modernisieren.

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