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Bildung : Hessen will Sprachtests in allen Kindergärten

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Im Sinne besserer Bildung will Hessen Sprachtests in Kindergärten ausweiten Bild: picture-alliance/ dpa

In deutschen Kindergärten ist es um die Bildung besser bestellt als noch vor wenigen Jahren. Das hat eine Studie ergeben. Gleichwohl will Hessens Landesregierung künftig Sprachtests in allen Kindergärten, um Sprachdefizite rechtzeitig zu entdecken.

          Hessen strebt als erstes Bundesland Sprachtests für Kinder im Alter zwischen vier und viereinhalb Jahren in allen Kindergärten an. Sozialminister Silke Lautenschläger (CDU) begründete den Plan am Donnerstag in Wiesbaden mit den Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen. Diese Arbeiten in den Jahren 2003 und 2005 mit Kindern von 89 Kindergärten hätten gezeigt, daß kindliche Sprachdefizite rechtzeitig entdeckt und bis zur Einschulung zu einem hohen Prozentsatz behoben werden können. Die Sprachtests sollen von Mittel 2007 an ausgeweitet werden, das Angebot ist freiwillig.

          Nach dem Schock infolge der Studie Pisa (Programme for International Student Assessment) gibt es in Deutschland einer Untersuchung zufolge Fortschritte in den Kindergärten. Die Untersuchung, die das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der ebenfalls wirtschaftsnahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) durchgeführt hatte, gibt den meisten Bundesländern gute Noten.

          „Nach dem Schock hat sich viel getan“

          Wie INSM-Sprecher Ronald Voigt am Donnerstag in Köln berichtete, wurden zwölf Kategorien - von Sprachtests über Fortbildungspflicht für Erzieherinnen bis hin zur Gebührenfreiheit - bewertet. Sehr gut habe vor allem Berlin abgeschnitten, Nordrhein-Westfalen gehörte zu den eher schwachen Ländern. Reformbestrebungen seien aber überall zu erkennen.

          „Die Studie zeigt eindeutig, daß sich in punkto Bildungsstandards für die Drei- bis Sechsjährigen in Deutschland nach dem Pisa-Schock viel getan hat“, betonte Geschäftsführer Max Höfer. Es gebe nun flächendeckend Bildungspläne für die Kindergärten und in der Mehrheit der Bundesländer verbindliche Sprachtests und individuelle Sprachförderung. In Rhein-Pfalz und im Saarland sei das letzte Kindergarten-Jahr bereits beitragsfrei, Berlin und Hessen wollten diesen Schritt ab 2007 gehen.

          Nicht genug Plätze in Kindertagesstätten

          Positiv wurde für Berlin etwa die sprachliche Förderung vor dem Schuleintritt bewertet, sofern Tests Defizite offengelegt hatten. Auch in Bayern, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein dominierten der Studie zufolge die Stärken.

          Allerdings gebe es in knapp der Hälfte der Länder nicht genug Kita-Plätze. Verbesserungsbedarf bestehe bundesweit bei der Personalausstattung. Der Staat müsse sich finanziell stärker engagieren, sagte Voigt.

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