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Bewohner gegen Schifffahrt : Konfliktfeld Rheinufer

  • -Aktualisiert am

Am Mainzer Zollhafen sollen rund 170 neue Wohnungen entstehen. Bild: Zollhafen Mainz GmbH

In Mainz am Rhein leben wollen viele, aber die Schifffahrt stört dann doch so einige Bewohner. Mit dem neuen Projekt „Grünufer“ dürfte es zu weiteren Interessenkonflikten kommen.

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          Wer eine der teuren Eigentumswohnungen am umgewandelten Mainzer Zollhafen bezogen hat, mag sich am alten Pflaster erfreuen und den Blick auf den ruhig vorbeifließenden Rhein genießen. Die Schifffahrt selbst und das Los der Binnenschiffer muss ihn deshalb nicht interessieren. Und so verwundert es nicht, dass sich vor allem jene gegen die am Fluss vorgesehenen 16 Schiffsanlegestellen wehren, die für sich selbst an Land gerade erst einen dauerhaften Ankerplatz in bester Lage gefunden haben.

          Dabei lassen die Kritiker der „Frachtschiff-Parkplätze“ auch nicht gelten, dass es bei der Umgestaltung des Zollhafens in ein hochpreisiges Wohngebiet von Beginn an vorgesehen war, für die auf dem Strom arbeitenden Schiffsleute an der steinernen Südmolen-Promenade wenigstens ein paar citynahe Liegemöglichkeiten vorzuhalten. Das Vorhaben bleibt umstritten. Gleichwohl gehen die Stadtplaner an der Nordseite des inzwischen über eine Marina verfügenden Wasserbeckens mit dem „Grünufer“ schon das nächste Wagnis ein. Denn auch bei diesem Projekt dürfte es, sobald dort die ersten Bewohner eingezogen sind, zu Interessenkonflikten kommen.

          Ungebetene Gäste

          Dass sich das zunehmend beliebte Grillen am Fluss nicht immer mit den Wünschen von Anwohnern in Einklang bringen lässt, hat sich in den vergangenen Jahren in Mainz mehrfach gezeigt: so am Winterhafen und in Höhe von Taunus- und Uferstraße. An lauen Sommerabenden machten sich dort in Vor-Corona-Zeiten manchmal mehrere hundert, wenn nicht gar tausend Einweggrillbenutzer kollektiv ans Bratwerk.

          Wer aktuell ein neues Freizeitgelände unweit von Häusern plant, bei denen in ein paar Jahren mit Quadratmeterpreisen von rund 7000 Euro zu rechnen sein dürfte, sollte diese Herausforderung kennen. An der gepflasterten Südmole musste jedenfalls bereits bald nach Fertigstellung ein „Runder Tisch“ eingerichtet werden, um das Problem mit ungebetenen Gästen und deren Müll von selbigem zu bekommen. Die Stadt steht im Wort, dass sie jenen Mainzern, die sich den Zollhafen selbst nicht leisten können, ein Stück vom Rheinufer zurückgeben will. Damit darüber am Ende nicht Gerichte zu entscheiden haben, sollte beim „Grünufer“-Projekt alles gut geregelt und nicht viel falsch gemacht werden.

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