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Sicherheitsinitiative Kompass : Kleinere Städte, größere Ängste

Vieles im Blick: Die Polizei auf Streife an der Zeil Bild: Maximilian von Lachner

Innenminister Peter Beuth will die hessische Sicherheitsinitiative ausbauen. Besonders in kleineren Städten sei die Angst vor Kriminalität groß, wie eine Umfrage seines Projekts „Kompass“ zeigt.

          2 Min.

          Probleme im fließenden Straßenverkehr sind der häufigste Grund dafür, dass Menschen sich in Hessen nicht sicher fühlen. Das haben Umfragen in 31 großen, mittleren und kleinen Städten des Landes ergeben. Ganz oben auf der Liste der am häufigsten genannten Probleme stehen außerdem die Verschmutzung des öffentlichen Raumes und der ruhende Verkehr.

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          Ewald Hetrodt
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Vor allem in den größeren Städten machen auch Parallelgesellschaften vielen Menschen Angst. Die repräsentativen Befragungen der Universität Gießen sind Bestandteil des von Innenminister Peter Beuth (CDU) vor vier Jahren ins Leben gerufenen Projekts „Kompass“.

          Es beruht auf der Erkenntnis, dass das Land jedenfalls aus der Sicht des Innenministers einerseits sicher ist, viele Menschen dies aber nicht so fühlten. Um dieses subjektive Empfinden zu ändern, kooperieren inzwischen 91 Kommunen mit der Polizei und dem Innenministerium.

          Sich dem Problem bewusst sein

          Dabei gehe es nicht in erster Linie um die Verfolgung von Straftaten, erklärte Beuth am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Manche „Angsträume“ ließen sich auf eine andere Weise schnell beseitigen. So könne man beispielsweise eine dunkle Bahnunterführung rasch in einen akzeptablen Zustand versetzen, indem man sie gut ausleuchte und etwa von Gestrüpp und Unrat befreie.

          Aber das sei nur möglich, wenn Kommunen und Polizei das Problem als solches bewusst sei. Darum werde die Befragung der Bürger über die 31 Kommunen hinaus fortgesetzt. Auf diese Weise werde das objektive Lagebild der Kriminalität so ergänzt, dass sich passgenaue Lösungen für die einzelnen Kommunen entwickeln ließen, kündigte der Innenminister an.

          Mit einem Sonderprogramm unterstützt das Land Kommunen, um öffentliche Plätze besser vor Fahrzeugattacken zu schützen. Als Konsequenz aus der Fahrzeugattacke auf den Karnevalsumzug in Volkmarsen am 24. Februar 2020 haben die Kommunen Volkmarsen, Bad Arolsen, Diemelstadt und Twistetal zusammen 100.000 Euro erhalten, um gemeinsam mobile Sperren zu beschaffen. In diesem und im nächsten Jahr stehen für diesen Zweck weitere 500.000 Euro zur Verfügung. Bei der Planung städtebaulicher Maßnahmen werden die Kommunen durch Experten des Landeskriminalamts unterstützt.

          Steht hinter dem „Kompass“: Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU)
          Steht hinter dem „Kompass“: Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) : Bild: dpa

          Ein digitales Lagebild wird ermittelt

          Die Umfragen ergaben nach den Worten des Innenministers, dass das subjektive Sicherheitsgefühl gerade in kleineren Gemeinden im Unterschied zur tatsächlichen Lage oft schlechter ist als in größeren Städten. Darum sollen kleinere Kommunen künftig einen leichteren Zugang zu dem Sicherheitsprogramm des Landes bekommen, wenn sie es zunächst nur in begrenztem Umfang nutzen wollen. Sie könnten sich auch zu kleinen Regionen zusammenschließen und als solche die Vorteile des Landesprogramms nutzen und sich das kommunalen Engagement für mehr Sicherheit aufteilen, erläuterte der Minister..

          Wie Beuth berichtete, entwickelt die Polizei gegenwärtig ein internes digitales Lagebild, das objektive Kriminalitätswerte mit dem jeweils lokal geäußerten subjektiven Sicherheitsgefühl verknüpft und gezielt für die polizeiliche Arbeit nutzbar macht. In einer digitalen Streifenkarte werde das von Bürgern geäußerte subjektive Empfinden mit den objektiven Kriminalitätswerten zusammengeführt. So könne die Polizei künftig stärker an subjektiv empfundenen Angsträumen Präsenz zeigen.

          Die FDP-Fraktion im Hessischen Landtag bekräftigte unterdessen ihren Wunsch nach einer deutschlandweiten Dunkelfeldstudie und forderte den Innenminister auf, sich im Rahmen der Innenministerkonferenz dafür einzusetzen.

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