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Mit Bierflasche am Steuer : Betrunkener kurvt in abgesperrte Zone auf der Autobahn

Einsatz: Nach einem Unfall auf der A45 bei Langenselbold musste die Polizei länger ran als gedacht. (Symbolbild) Bild: dpa

Kleine Ursache, große Wirkung: Nach einem Unfall auf der A45 nahe Langenselbold muss die Polizei eine Extra-Schicht einlegen. Grund ist nicht der Unfall. Sondern ein Autofahrer, der mit Promille im Blut eine Absperrung missachtet.

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          Kurz nach ein Uhr in der Nacht zum Sonntag müssen Autobahnpolizisten auf die A45 ausrücken. In der Nähe von Langenselbold hat es einen Auffahrunfall gegeben. Wie sich rasch herausstellt, handelt es sich um keine große Sache. Dass die Polizisten gleichwohl länger im Einsatz unter freiem Himmel bleiben müssen als gedacht, wissen sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zu dem Unfall war es gekommen, weil ein aus Mazedonien stammender Fahrer mit seinem Kleinlaster auf die Limousine einer Frau aus Hanau aufgefahren war. An beiden Fahrzeugen ist ein zwar lediglich ein Schaden von geschätzten 3000 Euro entstanden, wie die Polizei berichtet. Doch weil der Kleinlaster nicht mehr fahrtüchtig ist, müssen die Beamten die Autobahn in Richtung Aschaffenburg sperren.

          Dann stellt sich heraus: Der Kleinlaster ist mit acht Personen besetzt. Also vermutlich überladen. Die Aufräumarbeiten ziehen sich in die Länge, zumal die Polizisten ein Großraumtaxi anfordern müssen. Irgendwie müssen die acht Insassen des Kleinlasters schließlich von der Autobahn weggebracht werden. Es ist 3.30 Uhr und die Beamten sind im Begriff, die Autobahn wieder freizugeben, als sich Unvorhergesehenes ereignet.

          Helfer müssen Auto ausweichen

          Ein, wie sich sich bald zeigt, 46 Jahre alter Mann kurvt mit seinem Auto der Marke Opel Astra in die abgesperrte Zone hinein, obwohl sie mit Fackeln und Absperrbaken gekennzeichnet ist. Die Unfallbeteiligten sowie die Helfer von Polizei und Abschleppdiensten müssen dem Auto zum Teil ausweichen. Die Polizisten können den Astra-Fahrer stoppen und merken: Er hat „getankt“. Darauf lässt auch die Bierflasche schließen, die er bei sich hat.

          Sie lassen ihm Blut abnehmen, um den Promillewert ermitteln zu lassen, und behalten die Führerschein ein. Nach dem Unfall müssen sie noch auf die Wache, um „sich nun der umfangreichen schriftlichen Vorgangsbearbeitung“ nach dem Bagatellunfall und der ungeahnten Verlängerung ihres Einsatz zu widmen.

          Für den offensichtlich Betrunkenen hat der unfreiwillige Stopp noch eine Folge gehabt: „Er durfte seine Bierflasche nicht austrinken.“

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