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Nidda und Büdingen : Zwei Berufsschulen werden zu einer

Leeres Klassenzimmer: An den Berufsschulen in Nidda und Büdingen gibt es immer weniger Schüler. (Symbolbild) Bild: dpa

Die Berufsschulen in Nidda und Büdingen sollen fusionieren, mit Nidda als zukünftigem Hauptstandort. Die Schule in Büdingen soll als Nebenstelle erhalten bleiben soll.

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          Der wichtigste Punkt im Schulentwicklungsplan für den Wetteraukreis, den das Kultusministerium jetzt genehmigt hat, betrifft den Ostkreis, genauer die Berufsschulen dort: Die beiden Einrichtungen in Nidda und Büdingen fusionieren. Wobei Nidda als künftiger Hauptstandort fungieren wird und Büdingen den Status einer Nebenstelle bekommt. Mit diesem Schritt will der Kreis den Fortbestand beider Standorte langfristig sicherstellen, denn die Zahl der Absolventen an den Berufsschulen ist seit Jahren rückläufig. Seit 2015/2016 ist die Schülerzahl kreisweit um gut 800 gesunken. Ein Trend, der den Prognosen zufolge auch in den nächsten Jahren anhält.

          Wolfram Ahlers

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          Von den Berufsschulen im Wetteraukreis ist die in Bad Nauheim mit etwa 2000 die größte, die Johann-Philipp-Reis-Schule in Friedberg zählt um die 1900 Schüler. Die Berufsschule in Butzbach zählt 1000 Auszubildende, die beiden Schulen in Büdingen und Nidda bringen es zusammen auf knapp 1500. Auch der Zuzug von Flüchtlingen, heißt es, habe kaum dazu beigetragen, mehr junge Menschen in das duale Ausbildungssystem zu bringen. Zugleich ist für die einzelnen Berufsfelder immer mehr Spezialisierung gefragt. Gab es früher beispielsweise nur den Kraftfahrzeugmechaniker, bestehen mittlerweile etliche Ausbildungsgänge in diesem Feld, wie die Schwerpunkte Nutzfahrzeugtechnik, Personenkraftwagentechnik. Und Kraftfahrzeugservicemechaniker und Mechatroniker für Landmaschinen- und Baumaschinentechnik.

          Zu wenig Schüler pro Jahrgang

          Von 64 Ausbildungsberufen an Wetterauer Berufsschulen haben 41 mit weniger als 15 Schülern pro Jahrgang keine auskömmliche Zahl. Was auch damit zu tun hat, dass Unterricht für einzelne Berufe mehrfach im Kreisgebiet absolviert werden kann. Aber selbst wenn alle Berufe nur einmal angeboten würden, hätten immer noch mehr als 30 eine zu niedrige Schülerzahl. Konsequenzen zieht der neue Schulentwicklungsplan, in dem erste Ausbildungsgänge einer Branche an nur noch einem Standort stattfinden und einzelne technische Berufe in Schwerpunkten an einer Schule zusammengefasst werden. Wobei das Kultusministerium dem Kreis zur Auflage gemacht hat, noch weitere „differenzierte Analysen“ folgen zu lassen.

          Um ein ausgewogenes Ausbildungsangebot an den Berufsschulen vorhalten zu können, sollen Kompetenzzentren gebildet werden, etwa für Metall, Elektro und Bau. Zudem soll es fortwährende Prüfungen geben, ob weitere Ausbildungen für einzelne Berufe an einem Standort zentralisiert werden können. Auch ist vorgesehen, dass die Wetterau mit benachbarten Kreisen Gespräche aufnimmt mit dem Ziel, für Berufe mit geringer Schülerzahl schulträgerübergreifende Klassen einzurichten. Wenn sich im Zuge weiterer Spezialisierung und Differenzierung neue Berufsfelder herausbilden, sollen diese bevorzugt für Nidda und Büdingen berücksichtigt werden. Gleiches gilt für den Aufbau von Kompetenzzentren. Das ist als Beitrag zur Stärkung der Berufsschullandschaft in der eher ländlich geprägten östlichen Wetterau zu verstehen. Wann die Fusion von Nidda und Büdingen vollzogen wird, ist laut Kreisverwaltung noch unklar. Zunächst stehen noch Gespräche mit den Leitungen der Berufsschulen und dem Schulamt an.

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