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Karl-Heinz Koch ist tot : Bekannter Vater eines bekannten Sohnes

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Karl-Heinz Koch (re.) neben seiner Frau Irmgard und seinem Sohn Roland, im Jahr 1999 Bild: F.A.Z. - Kretzer

Der frühere hessische Justizminister Karl-Heinz Koch, Vater von Ministerpräsident Roland Koch, ist verstorben. Vize-Ministerpräsidentin Karin Wolff und Justizminister Jürgen Banzer würdigten Koch als hochgeachteten Demokraten.

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          Justizminister stehen in der Regel nicht im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, Ex-Justizminister schon gar nicht. Doch als Karl-Heinz Koch, vier Jahre hessischer Justizminister im CDU/FDP-Kabinett von Ministerpräsident Walter Wallmann, am 14. Oktober 2004 achtzig Jahre alt wurde, war in seiner Heimatstadt Eschborn die Zahl der Gratulanten aus Politik, Wirtschaft und anderen Feldern des öffentlichen Lebens außerordentlich groß.

          Sie alle wollten dem „bekannten Vater eines ebenso bekannten Sohnes“, gemeint war damit Ministerpräsident Roland Koch, ihre guten Wünsche übermitteln. Karl-Heinz Koch, obgleich schon damals von Krankheit gezeichnet, nahm die Gratulationen mit der ihm eigenen Grandezza entgegen. Nur noch gut zwei Jahre blieben ihm. Am Donnerstag ist er gestorben. Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU) nannte ihn einen vorbildlichen Parlamentarier, dem Hessen viel verdanke.

          Um Ausgleich bemüht

          Karl-Heinz Koch wirkte, beruflich und politisch, vor allem durch die Art seiner Persönlichkeit. 1924 in Kassel geboren, ließ er sich nach dem Studium der Rechtswissenschaften als Wirtschaftsanwalt in Frankfurt nieder. Durch seine Neigung zum Ausgleich und durch seine fachliche Kompetenz wurde er bald beratender Anwalt bei Tarifverhandlungen im Einzelhandel und in der Textilindustrie. Er war Geschäftsführer von Verbänden und nahm in den Aufsichts- und Verwaltungsräten bedeutender Unternehmen Platz.

          Kochs politische Laufbahn begann auf kommunaler Ebene in Eschborn, der Stadt, in der er wohnte. Er wurde dort bald als der „Grandseigneur der Eschborner Politik“ gerühmt. Man lobte an ihm seine Fähigkeit, „das Wesentliche und vor allem das Machbare“ zu erkennen. 1970 kam Karl-Heinz Koch in den Landtag und war rasch ein parteiübergreifend anerkannter Mann.

          Er galt als nobler Vermittler, der im Tageskampf nie laut wurde und selbst Extrempositionen zum Ausgleich zu führen verstand. Immer dann, wenn sich im Landesparlament die regierende SPD und die opponierende CDU wieder einmal ineinander verbissen hatten und keine Seite nachgeben wollte, trat Koch ans Pult und wirkte dank seiner Autorität mäßigend. 1987 wollte sich Koch, jenseits der sechzig, eigentlich aus dem Landtag zurückziehen.

          Ein Justizminister besonderer Art

          Doch es kam anders. Der designierte Ministerpräsident Walter Wallmann berief nach dem überraschenden Wahlsieg 1987 Koch zunächst in die CDU/FDP-Koalitionskommission und bat ihn dann, das Justizministerium zu übernehmen. Das konnte Koch schlecht ablehnen – und wollte es auch nicht, um, wie er einmal der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte, „dem eigenen Lebenswerk ein kleines Krönchen aufzusetzen“.

          Und so wurde Koch Justizminister, ein Justizminister besonderer Art. Nicht nur Hessen verdankt Karl-Heinz Koch viel. Sein Sohn Roland, der heutige Ministerpräsident, betont immer wieder, dass er aus einem „politischen Elternhaus“ komme und „schon am Küchentisch“ vieles über Politik und Jurisprudenz gelernt habe.

          Für Karl-Heinz Koch muss es ein erhebendes Gefühl gewesen sein, als er 1999 und 2003 von der Tribüne des Landtages aus verfolgen konnte, wie sein Sohn zum Ministerpräsidenten des Landes Hessen gewählt wurde.

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