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„Beitrag zur Biodiversität“ : Wie ein Wolf Hesse wird

  • -Aktualisiert am

Hesse: Im Vogelsberg in eine Fotofalle getappter Wolf Bild: F.A.Z./Land Hessen

Zwei Wölfe leben seit diesem Jahr dauerhaft in Hessen. Das sind manchem schon genau zwei zu viel – aber es könnten noch mehr werden.

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          Seit diesem Jahr hat Hessen zwei neue Einwohnerinnen. In der Gegend um Ulrichstein am Vogelsberg und in der Nähe des „Stölzinger Gebirges“ bei Rotenburg an der Fulda haben sich dauerhaft zwei Wölfinnen niedergelassen. Ein weiterer Wolf, der bis vor kurzem noch durch den Landkreis Darmstadt-Dieburg und den Odenwald streifte, hätte der nächste Einwanderer sein können. Er ist jedoch überfahren worden. Damit ein Wolf als sogenanntes territoriales Tier gilt, müsse er mindestens sechs Monate nachweisbar in dem Gebiet leben, erläutert die Wolfsexpertin Susanne Jokisch. Die Biologin des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie ist die hessische Wolfsbeauftragte und weiß, dass die Wiederansiedlung der Tiere teilweise heftigen Widerstand auslöst. Sie plädiert für eine sachliche Diskussion und ist der Meinung, dass es durchaus Platz für den Wolf gibt.

          Es ist nicht einfach, exakt zu erkennen, ob und wann ein wandernder Wolf zum Wahl-Hessen wird, denn laut Jokisch sind Wölfe recht viel unterwegs. Die bis zu 50 Kilogramm schweren Jäger legen nachts mitunter Strecken von 60 Kilometern zurück, und ihr Revier hat in etwa die Größe der Stadt Frankfurt. „Wir hatten im Monitoring-Jahr 2019/2020 acht Kandidaten als sesshafte Wölfe, aber nur die beiden Weibchen haben es geschafft“, sagt Jokisch. Die anderen sechs Wölfe seien entweder weitergewandert oder aber überfahren worden.

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