Beerdigungen im Wald : Wartelisten für Grabstätten unter Bäumen
„Unter allen Wipfeln ist Ruh’ / in allen Zweigen hörest Du keinen Laut / die Vöglein schlafen im Walde / warte nur, warte nur / balde, balde schläfst auch du“, so dichtete Johann Daniel Falk vor fast zwei Jahrhunderten – und lieferte gleichsam den Text für einen Trend dieser Tage: Immer mehr Menschen möchten einmal unter einem Baum begraben werden statt auf einem Friedhof. Sie wollen keinen Grabstein mit Blumen davor. Ihnen genügt eine mit Namenszug gekennzeichnete Ruhestätte: ein Platz, wie ihn die Friedwald GmbH aus Griesheim anbietet. Vor acht Jahren eröffnete der deutsche Pionierbetrieb auf diesem Gebiet seinen ersten Friedwald in Nordhessen und vor fünf Wochen in Herborn seinen bisher jüngsten. Von Rügen bis Heiligenberg unweit des Bodensees betreibt das Unternehmen von Geschäftsführerin Petra Bach mittlerweile 29 Friedwälder. Sieben davon liegen in Hessen, wiederum drei im Rhein-Main-Gebiet: in Gelnhausen, Michelstadt und Weilrod, wobei in der Odenwälder Kommune der erste Friedwald Süddeutschlands ist.

