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Direktvermarktung : Budenzauber für Spargel und Erdbeeren

Saisongeschäfte: Das Design der Bude spielt eine Rolle, denn der Konkurrenzdruck ist hoch. Bild: Frank Rumpenhorst

Der Frühling ist da, wenn sie aufgebaut sind: die Büdchen, aus denen heraus Spargel und Erdbeeren verkauft werden. Selbst die Betreiber sagen, es gebe zu viele davon. Aber ohne diese Direktvermarktung stünden viele Landwirte vor der Pleite.

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          Romantisch betrachtet sind sie Relikte einer langen Tradition: Immer schon sind die Bauern in die Städte gezogen, um dort ihre Ernte zu verkaufen und die Herrscher, Händler, Handwerker und Gelehrten mit Lebensmitteln zu versorgen. Jahrhundertelang wurde Obst und Gemüse saisonal und regional verkauft, weil es gar nicht anders ging – bei Spargel und Erdbeeren scheint sich dieser Brauch erhalten zu haben.

          Inga Janović

          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Tatsächlich aber gibt es die Buden der Bauern noch gar nicht so lange. Gabi Mager etwa kann sich noch gut erinnern, wie sie vor mehr als 20 Jahren mit ihrem Mann durch die Region gefahren ist, um gute Verkaufsplätze zu finden. „Angesichts der Großhandelspreise erschien uns die Direktvermarktung die einzig sinnvolle Variante. Und seitdem ist ja nichts besser geworden“, sagt die Seniorchefin vom Spargelhof Mager in Weiterstadt, der von den Anbietern aus Südhessen die meisten Büdchen betreibt. Wie viele es genau sind, will Gabi Mager nicht sagen. Selbstverständlich sei es sehr viel einfacher, die Spargelernte ab Hof direkt an den Großhandel abzugeben, aber die Preise, die dort gezahlt würden, seien „ja nur noch makaber“. In diesem Jahr habe im Großhandel der Kilopreis für erstklassigen Spargel schon im April unter fünf Euro gelegen. „Und die großen Erntemengen kommen erst im Mai“, sagt Gabi Mager.

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