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Patricia Andreae (cp.)

Nachhaltig im Regal : Start-up-Kultur für Bauern

Dem Verbraucher wichtig: Tierhaltung auf Bauernhöfen (Symbolbild) Bild: Maria Klenner

Verbraucher können beim Einkaufen mitentscheiden welche Produkte in Zukunft ihren Weg ins Regal finden. Förderung und gute Ideen sind jetzt besonders gefragt.

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          Die meisten Menschen hierzulande wünschen sich Lebensmittel, die unter guten Bedingungen produziert werden: Eier von Hühnern, die glücklich auf dem Mist scharren, Milch von Kühen, die auf saftigen Wiesen grasen, und Schnitzel von Schweinen, die fröhlich im Stroh spielen. Tatsächlich gibt es solche Produkte – aber sie haben ihren Preis. Und längst nicht alle Verbraucher sind bereit, für Tierwohl und Umweltschutz deutlich mehr zu zahlen, wenn sie im Supermarkt die Preise von herkömmlichen Produkten mit denen vergleichen, die ein entsprechendes Siegel haben. Hier ist die Gesellschaft gefragt. Sie kann an der Ladenkasse darüber abstimmen, wie wichtig ihr Tierwohl und Umweltschutz sind.

          Das allein wird aber nicht reichen. Die Landwirtschaft, insbesondere die mit Tierhaltung, steht unter Druck. Klimaschützer stellen die Milcherzeuger an den Pranger und greifen zu Sojadrinks, obgleich deren Ökobilanz bisweilen fragwürdig ist. Die Afrikanische Schweinepest hat für einen massiven Preisverfall gesorgt und schädigt so etwa auch die hessischen Bauern, trotzdem ihre Bestände bisher nicht direkt bedroht sind. Halter von Schafen, Ziegen und Mutterkuhherden fürchten Wolfsangriffe. Wollen sie aber in tierfreundlichere Ställe investieren, fragt die Bank, ob sich das denn rentieren werde – falls nicht schon die Behörden einen größeren Neubau untersagt haben. Und wenn innovative Landwirte den Hof digitaler aufstellen wollen, um Ressourcen zu schonen, dann scheitert das oft noch am fehlenden Netz.

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