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Badehaus in Bad Soden : Mendelssohn- Bartholdy plantschte noch in der Bretterbude

Aufgestockt: Nachdem die Kur eingestellt wurde, dient das Badehaus seit 25 Jahren als Kulturstätte. Bild: Marcus Kaufhold

Das 150 Jahre alte Badehaus im Alten Kurpark zählt zu den repräsentativsten Gebäuden in Bad Soden. Statt Kurgästen tummeln sich nun dort Besucher von Ausstellungen, Veranstaltungen und des Stadtmuseums.

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          Viel Luxus gab es für die Kurgäste nicht, wenn sie in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Bad Soden in den heilenden Genuss eines Bades mit Wasser aus den Mineralsolequellen kommen wollten. Sie mussten vielmehr mit einer von Schlingrosen umzogenen provisorischen Badeanstalt vorliebnehmen, die Kurarzt Heinrich Koehler in seinen Aufzeichnungen kurzerhand eine „Bretterbude“ nannte.

          Heike Lattka
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

          Die ganze Einrichtung, insbesondere die Badekabinette, seien provisorisch und bedürften dringend einer definitiven Neugestaltung, klagte er. Dem wachsenden Kurbetrieb – immerhin tummelten sich in der Baracke jährlich bis zu 5300 illustre Gäste, darunter der Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy oder der russische Schriftsteller Iwan Turgenjew – trug die Gemeinde schließlich Rechnung. Auf einer Länge von knapp 60 Metern wurde ein zentral ausgerichtetes Gebäude gebaut, das aus einem zweistöckigen Mittelrisaliten mit eingeschossigen Flügeln im Norden und Süden bestand. Der Prachtbau im Alten Kurbad wurde zu Beginn der Badesaison im Mai vor 150 Jahren eröffnet.

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