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Bad Homburgs Stadtschreiber : Ein Roman über den Herrhausen-Anschlag

Will sich mit Bad Homburgs Stadtgeschichte auseinandersetzen: Peter Henning, neuer Stadtschreiber Bild: Picture-Alliance

Peter Henning ist Bad Homburgs erster Stadtschreiber. In der neu bezogenen Hölderlin-Wohnung widmet er sich direkt einem brisanten Thema: Henning möchte in seinem Roman den Herrhausen-Anschlag aufarbeiten.

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          Die neue Hölderlin-Wohnung in der Villa Wertheimber hat ihren ersten Bewohner. Der Schriftsteller Peter Henning arbeitet dort an einem Buch über das Attentat auf Alfred Herrhausen. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank fiel am 30. November 1989 in Bad Homburg einem Bombenanschlag zum Opfer. Henning ist damit zugleich der erste Bad Homburger Stadtschreiber.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Die Bezeichnung fand sich im Nutzungskonzept für die Wohnung in der einstigen Bankiersvilla, in der auch das Stadtarchiv beheimatet ist. Zum 250. Geburtstag Hölderlins in diesem Jahr hat die Stadt die Wohnung eingerichtet und für Wissenschaftler und Schriftsteller zur Verfügung gestellt. Eine formale Auszeichnung, die nach der Entscheidung einer Jury vergeben würde, ist die Bad Homburger Stadtschreiberstelle nicht.

          Einen Gesellschaftsroman schreiben

          Henning kann damit an Ort und Stelle unter dem Arbeitstitel „Das Ende der Benommenheit“ über den in Bad Homburg vielfach präsenten Herrhausen-Anschlag recherchieren und mit Zeitzeugen sprechen. Er plane jedoch keine Dokumentation, sondern wolle einen Gesellschaftsroman schreiben, wird Henning von der Stadt zitiert. Offenbar hat er Zweifel an der offiziellen Version, nach der Terroristen der RAF für das Attentat verantwortlich sein sollen.

          Damit setzt sich der 61 Jahre alte, in Hanau geborene Autor nicht zum ersten Mal mit der jüngeren Geschichte auseinander. Henning hat auch das Geiseldrama von Gladbeck zum Roman verarbeitet. Bekannt geworden ist er durch den Familienroman „Die Ängstlichen“. Henning lebt in Köln, hat dort einen Lehrauftrag für Kreatives Schreiben und arbeitet auch als Literaturkritiker.

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