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Bad Homburg : Kindergarten wegen Umbenennung des Martins-Fest bedroht

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In diesen Tagen ziehen wieder viele Schulen und Kindergärten zum Martins-Fest durch die Straßen. Bild: dpa

Weil in einem Kindergarten in Bad Homburg vor Jahren zum Martinsfest Sonne-, Mond- und Sterne-Nudeln gereicht wurden, soll das traditionelle Fest nun anders heißen. Den Kita-Mitarbeiter wird seitdem Gewalt angedroht.

          Eine städtische Kindertagesstätte in Bad Homburg hat das Sankt-Martins-Fest in Sonne-Mond-und-Sterne-Fest umbenannt - jetzt werden Kita-Mitarbeiter nach Angaben der Stadt in E-Mails mit Gewalt bedroht. Die Kommune wolle Strafanzeige gegen die Verfasser stellen, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Die Drohungen richteten sich gegen die Leitung und die Mitarbeiter der Kindertagesstätte; die Absender stammten aus dem Bundesgebiet. Auslöser sei offenbar ein Bericht in einem rechtsorientierten Blog.

          Der Kindergarten, den rund 100 Jungen und Mädchen besuchen, hatte das traditionelle Sankt-Martins-Fest als Sonne-Mond-und-Sterne-Fest angekündigt. Eine Abkehr vom christlichen Ursprung sei damit nicht verbunden, betonte der Sprecher der Stadt. Werte wie Teilen und Barmherzigkeit vermittele man weiterhin. Martinsfeuer und Laternenumzug würden ebenfalls beibehalten.

          „Zerrüttetes Verhältnis zu Glaube und christlicher Tradition“

          Der neue Name hat sich nach Darstellung der Kommune intern eingebürgert, nachdem beim Martinsfest 1998 eine Suppe mit Sonne-, Mond- und Sterne-Einlage gereicht worden sei: „Das hat sich verselbstständigt.“

          Ende Oktober hatte die Stadt erklärt, für den Namenswechsel gebe es weder „weltanschauliche Gründe“ noch Aussagen von Betreuern, politisch korrekt zu handeln, um Kinder aus anderen Kulturkreisen nicht zu diskriminieren. Eine solche Absicht „passt auch nicht in die Umgebung“, sagte der Sprecher. In die Kita gingen wenige Kinder mit Migrationshintergrund.

          Die Umbenennung sorgt dennoch auch außerhalb der beschaulichen Kurstadt für Diskussionen. Der Vorsitzende des evangelischen Arbeitskreises in der CDU in Hessen, Axel Wintermeyer, warf der Stadt vor, das Thema herunterzuspielen. Den Wortschöpfern hielt er ein „zerrüttetes Verhältnis zu Glaube und christlicher Tradition“ vor. Der CDU-Landestabgeordnete Ismael Tipi schrieb auf seiner Internetseite, es sei „mehr als eine Farce, seine eigenen Wurzeln und die eigene Identität zu verneinen, nur in der Hoffnung anderen zu gefallen.“

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