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Autozulieferer lenkt nach Streiks ein : Federal Mogul verzichtet vorerst auf Kündigungen

  • Aktualisiert am

Der Widerstand gegen Entlassungen hat sich für die Mitarbeiter von Federal Mogul ausgezahlt Bild: dpa

Nach Streiks verzichtet der Wiesbadener Automobilzulieferer Federal Mogul vorerst auf die geplanten 436 Kündigungen. Demnach soll Kurzarbeit bis Ende Juni 2010 gelten. 120 Mitarbeiter sollen Abfindungen erhalten, wenn sie freiwillig gehen.

          Der Streik beim Wiesbadener Autozulieferer Federal-Mogul ist nach einem Kompromiss zum geplanten Arbeitsplatzabbau vorerst beendet. Bei den Verhandlungen sei am späten Dienstagabend ein Durchbruch erzielt worden, teilte Streikführer Michael Erhardt von der IG Metall mit. Die Geschäftsführung habe ihren Plan geändert, 436 Stellen abzubauen. Allerdings sollten 120 Mitarbeiter ausscheiden. Ihnen werde aber bis zu einem Jahr Transfer-Kurzarbeitergeld und die Möglichkeit zusätzlicher Qualifikation angeboten, so dass auch in diesen Fällen Arbeitslosigkeit vorerst vermieden werde.

          Die Streikziele sind damit aus Sicht Erhardts weitgehend erreicht worden. Der Ausstand wurde laut IG Metall deshalb unterbrochen. Die Kurzarbeit als Ersatz für Arbeitsplatzabbau solle bis zum 30. Juni nächsten Jahres verlängert werden, erläuterte der Streikführer. Dann werde es erneut Gespräche über die aktuelle Wirtschaftslage geben und darüber, wie Kündigungen vermieden werden könnten. Außerdem liefen noch Verhandlungen über sozialverträgliche Lösungen für Betroffene.

          Langwierige Verhandlungen über Stellenabbau

          Seit Dezember gibt es bei dem Ableger des gleichnamigen amerikanischen Autozulieferers wegen der Auswirkungen der Wirtschaftskrise Kurzarbeit. Federal-Mogul stellt vor allem Gleitlager und Buchsen für Automotoren her und beliefert alle führenden Hersteller von Mercedes über Porsche, Audi und VW bis Fiat. Seit vergangenem Herbst verhandeln Management und Betriebsrat über einen Personalabbau. Das Management hält diesen Schritt für unumgänglich. Neben der Konjunkturkrise gebe es einen Trend zu kleinen Autos und kleineren Motoren, für die weniger Lager benötigt würden.

          Von den etwa 1600 Mitarbeitern waren seit vergangenem Mittwoch etwa 1200 dem Streikaufruf der IG Metall gefolgt. Am Dienstagmorgen hatten sie den Ausstand nach einer kurzen Unterbrechung am Wochenende wieder aufgenommen.

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