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Mehr Praxis schon im Studium : Hessen reformiert Lehrerausbildung

Die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte in Hessen soll sich ändern. (Symbolbild) Bild: Frank Rumpenhorst

Ein Praxissemester und ein Portfolio: Das sind die wichtigsten Änderungen bei der Lehrerausbildung in Hessen. Sie sollen zukünftigen Lehrkräfte besser auf die Schulen vorbereiten.

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          Die Ausbildung der Lehrkräfte in Hessen soll an die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst werden. Der Hessische Landtag hat deshalb am Mittwoch beschlossen, das Lehrkräftebildungsgesetz zu novellieren. Neu eingeführt werden ein Praxissemester und ein Portfolio, in dem die Studenten ihren Lernerfolg dokumentieren sollen. Wie Kultusminister Alexander Lorz (CDU) mitteilt, seien die Anforderungen an Lehrkräfte in den vergangenen Jahren vielfältiger geworden. Neue Aufgaben wie die Integration von Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache, die Medienbildung und Digitalisierung, die Inklusion, die Förderung der Bildungssprache Deutsch sowie die Ganztagsbeschulung und die berufliche Orientierung hätten an Bedeutung gewonnen.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Diese Aspekte sollen auch bei der Ausbildung der Lehrer eine größere Rolle spielen. „Gut ausgebildete Lehrkräfte sind entscheidend für den Schulerfolg junger Menschen. Daher ist es folgerichtig, ihre Ausbildung an die neuen Anforderungen anzupassen“, sagt Lorz. Künftig soll im Studium noch mehr Wert auf die Praxisorientierung gelegt werden. Ein Praxissemester, das in den vergangenen Jahren bereits erprobt wurde, wird nun flächendeckend eingeführt, und zwar in der zweiten Hälfte des jeweiligen Studiengangs. Während dieses Semesters sollen die Studenten ihre im Laufe des Studiums erworbenen Kenntnisse anwenden und lernen, über ihr pädagogisches Handeln zu reflektieren.

          Entwicklung der Lehrkompetenz

          „Mit der Stärkung der Praxisanteile sorgen wir dafür, dass das an der Universität erworbene Wissen unmittelbar angewendet werden kann“, meint Lorz. Außerdem wird ein „phasenübergreifendes Portfolio“ eingeführt. Die angehenden Lehrkräfte sollen ihr Material schon während des Studiums sammeln und das Portfolio auch anschließend weiterführen. Neben der Sammlung von Belegen über die Teilnahme an Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen geht es auch um die Dokumentation, wie sich ihre Lehrkompetenz entwickelt hat.

          Lorz erläutert: „Jede einzelne Lehrerin, jeden einzelnen Lehrer wollen wir für die Herausforderungen dieses wunderbaren Berufs wappnen und insgesamt das lebenslange Lernen fördern.“ Es gibt allerdings keine Änderungen am Abschluss des Studiums mit der ersten und zweiten Staatsprüfung und auch nicht an der Studiendauer. Im bundesweiten Vergleich hat Hessen mit 21 Monaten den zweitlängsten Vorbereitungsdienst. Bei der Novellierung des Gesetzes werden die von der Kultusministerkonferenz beschlossenen Standards für die Lehrerbildung ebenso berücksichtigt wie der Hessische Referenzrahmen für Schulqualität.

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