https://www.faz.net/-gzg-a49or

Aufnahme von Asylsuchenden : Hessisches Programm für mehr Flüchtlinge

  • -Aktualisiert am

Hilflos im Meer: „Zeig mir, woher du kommst“ hieß 2016 eine Ausstellung im Frankfurter Museum für Weltkulturen. Zu sehen war dort auch diese Zeichnung eines Flüchtlingskindes. Bild: Museum für Weltkulturen

Die Zahl der Asylsuchenden in Hessen sinkt. Angesichts des Elends auf den Flüchtlingsrouten und in den Lagern will das Land jetzt die Voraussetzungen für die Aufnahme von weiteren Menschen schaffen.

          4 Min.

          Die Zahl der in Hessen registrierten Flüchtlinge ist in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch einmal zurückgegangen. Von Januar bis einschließlich September wurden nach Angaben des Sozialministeriums in Wiesbaden rund 4700 Asylsuchende gezählt, in den ersten neun Monaten des Vorjahres waren es noch mehr als 6800 gewesen.

          Ralf Euler
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Im Jahr 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, wurden in Hessen fast 80.000 Flüchtlinge aufgenommen, seitdem ist die Zahl Jahr für Jahr gesunken: im Jahr 2016 auf knapp 25.000 und dann über rund 12.000 (2017) und 10.500 (2018) auf etwa 9100 im vergangenen Jahr. 2015 waren allein in den Monaten September bis November jeweils mehr als 10.000 Hilfesuchende nach Hessen gekommen. In den inzwischen nur noch fünf Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes – in Gießen, Neustadt, Büdingen, Kassel und Bad Arolsen – sowie in der Außenstelle am Frankfurter Flughafen sind nach Angaben des Sozialministeriums derzeit zusammen knapp 3200 Personen untergebracht. Mehr als zwei Drittel der dort lebenden Menschen sind Männer, der Anteil der Kinder beträgt nach Ministeriumsauskunft etwa 20 Prozent. Hauptherkunftsländer sind Afghanistan, Syrien, Türkei, Somalia, Irak, Iran, Guinea, Nigeria, Algerien und Marokko.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, im Januar in Berlin

          Verfassungsschützer Haldenwang : „Corona ist nur der   Aufhänger“

          Die Corona-Proteste stellen den Verfassungsschutz vor Herausforderungen. Präsident Thomas Haldenwang spricht im Interview über eine neue Szene von Staatsfeinden, sein Problem mit dem Messengerdienst Telegram und Maulhelden im Netz.
          Russische Soldaten nehmen an Übungen auf dem Schießplatz Kadamowskii in Rostow am Don teil.

          Krise mit Russland : Nach der Ukraine ist Europa dran

          Putin will nicht nur die Ukraine. Er will Hegemonie über ganz Europa. Die EU muss deshalb über eine eigene Abschreckung reden. Frankreich hat die Debatte eröffnet.