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Aufhebungen in Corona-Krise : Autohäuser ja, Gotteshäuser nein

Zutritt nur im Ausnahmefall: In der Alte Nicolaikirche in Frankfurt sind Gottesdienste untersagt. Bild: dpa

Warum viele Läden wieder öffnen dürfen, öffentliche Gottesdienste aber verboten bleiben, wird die Politik rasch erklären müssen. Bis dahin ärgern sich die einen, während sich die anderen noch geduldig zeigen.

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          Wenn Johannes zu Eltz an Baumärkte denkt, versteht er die Welt nicht mehr. Der katholische Stadtdekan von Frankfurt fragt sich, warum es für die Verbreitung des Coronavirus schlimmer sein soll, wenn ein paar Dutzend Gläubige in einer großen Kirche an einem öffentlichen Gottesdienst teilnehmen, als wenn Hobbygärtner und Hilfshandwerker in Scharen Blumenerde und Gipsplatten durch die Läden schieben. Hinzu kommt, dass er das vorerst bis zum 3. Mai verlängerte Gottesdienstverbot für einen „überaus schwerwiegenden Eingriff in die Freiheitsrechte“ hält. Zu Eltz sagt: „Die undifferenzierten, unterschiedslosen Restriktionen haben mir noch nie eingeleuchtet.“

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Öffentliche Gottesdienste mit Teilnehmern sind wegen Ansteckungsgefahr seit Mitte März verboten. Das soll vor allem die vielen älteren Kirchenbesucher schützen–und noch eine Weile so weitergehen. Darauf hat sich die Bundesregierung am Mittwoch mit den Ländern geeinigt. Demnach wird das Verbot erst einmal nicht gelockert. Dafür dürfen nächste Woche Autohäuser und Fahrradhändler unter Bedingungen wieder öffnen.

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