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Besondere Cafés und Bars : Auf ist, wenn Sommer ist

  • -Aktualisiert am

Besonders: die Bahnhofsklause am Hauptbahnhof Bild: Michael Kretzer

Manche Cafés und Bars gibt es nur in der warmen Jahreszeit. Hier verraten wir unsere Favoriten in Darmstadt, Frankfurt und Mainz.

          Auf dem Main trainieren die Ruderer, Inline-Skater ziehen vorbei, nebenan spielt einer Gitarre. Ein paar Liegestühlen stehen da, der Kuchen schmeckt köstlich, es gibt Sandwiches, Kaffee und Tee – und abends Drinks oder Apfelwein. Das Maincafé, ein kleines Kabuff in einer Kaimauer am Sachsenhäuser Mainufer mit schöner Wiese davor, gehört zum Sommer wie Wassereis, Freibad und Sonnenbrand. Sobald das Wetter mitspielt, ist es regelmäßig geöffnet. Das macht einen Großteil seines Charmes aus: dass es uns zeigt, wie vergänglich der Sommer ist. Und dass es sich lohnt, ihn zu genießen. Darum sind die Bars und Cafés, die nur in den warmen Monaten da sind, so beliebt. Im Rhein-Main-Gebiet gibt es jede Menge von ihnen.

          Alexander Jürgs

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ein besonderer Ort ist die Klause am Darmstädter Hauptbahnhof (Foto oben). Hinter den Mauern des Gebäudes entdeckt man den Wein- und Biergarten und kommt aus dem Staunen gar nicht heraus: Was für ein verwunschenes Stück Garten, was für ein Paradies mitten in der Stadt! Eigene Speisen dürfen, ja müssen mitgebracht werden – ein Outdoor-Grill und Geschirr sind vorhanden. Nur die Getränke, die sollte man besser daheim lassen und sich stattdessen welche vor Ort kaufen. Es gibt leckere, selbstgemachte Kirsch-Rosmarin-Limonade, aber auch Biowein und das lokale Grohe-Bier, das hier stilecht in Steinkrügen ausgeschenkt wird.

          Einst ein „Lusthaus“

          Hat man sich erst einmal auf einer der alten Weinkisten, die zu Sitzbänken und Tischen umfunktioniert wurden, niedergelassen, fällt der Blick auf riesige Hopfenstangen, Kletterrosen, Efeu und Wein sowie auf Kräuterwände und Beete. Die Initiative Essbares Darmstadt, 2016 gegründet, ist Pächterin der Klause. Ihr Ziel ist es, die Stadt grüner und lebenswerter zu machen – mit dem Stadtgarten zeigt sie beispielhaft, wie das funktionieren kann. Betrieb ist bei gutem Wetter von Montag bis Samstag von 17 bis etwa 22 Uhr. Wer sichergehen will, dass geöffnet ist, kann sich über die Facebook-Seite der Initiative informieren.

          Skyline-Blick: das Maincafé in Frankfurt

          Wer herausfinden will, ob das Kirchberghäuschen in Bensheim geöffnet ist, braucht kein Internet, sondern gute Augen. Der Wirt hisst die rot-weiße Bensheimer Stadtfahne, wenn er sein Lokal aufmacht. Aber keine Angst: Das Fähnchen ist schon von weitem sichtbar. Etwa 15 Minuten dauert der Aufstieg von der Innenstadt durch die Weinberge auf den 220 Meter hohen Hausberg von „Bensem“. Von dort hat man eine herrliche Fernsicht über das Rheintal und die hessische Bergstraße. Im hübschen Kirchberghäuschen, das 1857 als „Lusthaus“ eingeweiht wurde, gibt es Weine vom Weingut der Stadt Bensheim, Fassbier, Fassbrause und Kaffee. Serviert werden einfache, deftige Gerichte wie Handkäs mit Musik und Kuchen. Die Atmosphäre ist ungezwungen, Selbstbedienung ist angesagt.

          Fünf Hängematten angebracht

          Vor allem an den Wochenenden kann es schon mal trubelig werden. Aber selbst dann findet man draußen, unter den alten Linden und Kastanien, oft noch ein freies Plätzchen. Zur Not wird zusammengerückt – oder nach drinnen, in den urigen Gastraum, ausgewichen. Geöffnet ist bis Ende Oktober täglich von 10 Uhr bis zum Sonnenuntergang – sofern das Wetter mitspielt.

          In Mainz lohnt sich im Sommer der Schlossbiergarten. Lauschig liegt er da, kurz hinter dem Eingang plätschert ein Brunnen, ein paar Meter daneben steht ein Metallgerüst, an dem fünf Hängematten angebracht sind. Wahlweise für Kinder, denen das Schaukeln darin mehr Spaß macht, als auf Bierbänken zu sitzen, oder für Erwachsene, die nach zu langem Sitzen merken, dass sie nicht mehr gehen können.

          Dass sich der Mainzer Schlossbiergarten in unmittelbarer Nachbarschaft zur Großen Bleiche und der Rheinstraße befindet, man vom Verkehrslärm aber nahezu nichts mitbekommt, ist ein Pluspunkt. Auch das Ambiente kann sich sehen lassen: Die Container, aus denen heraus Getränke und Speisen (unter anderem Flammkuchen) verkauft werden, bilden einen charmanten Kontrast zur Renaissancepracht des Kurfürstlichen Schlosses. Und wer das Eulchenbier von der den Garten betreibenden Eulchen-Brauerei nicht mag: Die Weinauswahl ist auch sehr ordentlich.

          Fischdöner inklusive

          Am Frankfurter Mainufer ist nicht bloß das Maincafé gut besucht. Nur ein paar hundert Meter weiter in Richtung Offenbach stößt man auf die wohl außergewöhnlichste Sommeradresse der Stadt: Meral’s Imbiss, besser bekannt als das Frankfurter Dönerschiff. In der kleinen Küche im Schiffsbauch werden Makrelen, Sardellen und Dorade gebraten, die Fischdöner schmecken hervorragend, auf der Wiese an der Uferpromenade ist immer viel Leben. So macht der Sommer Spaß.

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