https://www.faz.net/-gzg-ac95o

Auf der Intensivstation : Bis zur Erschöpfung gekämpft

  • -Aktualisiert am

Belastend: Die Behandlung führt Ärzte und Pflegekräfte in Extremsituationen, so wie hier beim Luftröhrenschnitt. Bild: Reuters

Fast 15 Monate Pandemie, Hochbetrieb in den Krankenhäusern wie dem Klinikum Darmstadt. Auf den Intensivstationen so viele Todesopfer wie nie. Schicksale, die beim ärztlichen Personal und den Pflegekräften Spuren hinterlassen.

          3 Min.

          Ulrike Wiedekind, Leiterin der Intensivstation des Darmstädter Klinikums, hat nahezu jedem dritten an Corona erkrankten Intensivpatienten nicht mehr helfen können. Seit Beginn der Pandemie wurden auf ihrer Station 214 Menschen intensiv behandelt. Im Schnitt waren sie 67 Jahre alt, die jüngste Patientin kam im Alter von 27 Jahren auf die Station. Sie war schwanger, das Ungeborene ebenfalls infiziert. Beide haben überlebt.

          Klinikdirektor Martin Welte hat eine Statistik parat. Das mittlere Alter der Verstorbenen lag bei 74 Jahren, das mittlere Alter der Genesenen bei 65 Jahren. Zahlen, hinter denen sich viele persönliche Schicksale verbergen. Wie das eines Ehepaares, das gemeinsam an Corona erkrankte, auf der Intensivstation in den Krankenbetten nebeneinanderlag. Die Frau ist gestorben, der Mann hat überlebt. Oder die ältere Dame, die sich bei ihrer Tochter mit Covid-19 angesteckt hatte und auf der Intensivstation ihr Leben verlor. Und der Mann, der seiner Frau über das Mobiltelefon noch eine Nachricht geschickt und ihr seine Liebe bekundet hatte, der eine halbe Stunde später intubiert werden musste und kurz danach starb. Alles Schicksale, hinter denen Menschen stehen und die das Klinikpersonal Tag für Tag verarbeiten muss.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Flutwarnung in Ahrweiler : Warum wurde nicht evakuiert?

          Menschenleben hätten gerettet werden können, wenn die Verantwortlichen im Kreis Ahrweiler früher gehandelt hätten. Der rheinland-pfälzische Innenminister verspricht, den Katastrophen-Abend aufzuklären.
          Baerbock entschuldigte sich dafür, das N-Wort „reproduziert“ zu haben.

          Baerbock und das N-Wort : Moralische Panik

          Bei den Grünen meint man: Auch wer im Sinne des Anti-Rassismus spricht, verbreitet Rassismus weiter, wenn er Rassismus zitiert. Wer den Kontext aus der Sprache verbannen will, unterscheidet sich allerdings nicht von islamischen Fundamentalisten.