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Auch ohne Hessentag : Bad Vilbel hat sich herausgeputzt

Für längere Aufenthalte: Viele neue Treffpunkte sind in Bad Vilbel entstanden, zum Beispiel am Ufer der Nidda, wo Treppenstufen zum Sitzen einladen. Bild: Maximilian von Lachner

Trotz der Absage des Hessentags hat die Stadt Bad Vilbel Millionen für Projekte erhalten und investiert. Damit wurden unter anderen Kurpark und das alte Rathaus verschönert.

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          Das weitläufige Areal des Festplatzes an der Nidda ist verwaist geblieben, Gleiches gilt für das Arena-Gelände am nördlichen Stadtrand. Keine Zelte, Hütten, Ausstellungen im Freien, keine Bühne für Konzerte vor viel Publikum. Die Corona-Pandemie hat dem Hessentag in Bad Vilbel den Garaus gemacht. Gleichwohl hat sich im Zusammenhang mit dem Landesfest eine Menge in der Stadt verändert. Wie sich Bad Vilbel herausgeputzt hat, um sich von der besten Seite zu zeigen, ist an vielen Stellen im Stadtbild zu sehen. Weiteres wird in den nächsten beiden Jahren noch hinzukommen. Womit die größte Wetterauer Kommune vom Hessentag 2020 profitiert, auch wenn er gar nicht stattgefunden hat.

          Wolfram Ahlers

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          All das, was bislang geleistet wurde oder noch der Vollendung harrt, bietet gute Voraussetzungen, dass sich Bad Vilbel noch einmal für den Hessentag bewirbt. Schließlich hatte die Landesregierung die Ausrichtung des Landesfestes im Jahr 2025 sozusagen reserviert.

          Bei einem Rundgang mit Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) und dem – nunmehr ehemaligen – Hessentagsbeauftragten Claus-Günther Kunzmann konnte sich der für den Hessentag zuständige Minister Axel Wintermeyer (CDU) einen Eindruck davon verschaffen, wie sich Bad Vilbel Hundertausenden Besuchern vorgestellt hätte und wie sich die Stadt nun Ausflüglern und natürlich den Bürgern selbst zeigt. Schließlich hatte das Land 6,5 Millionen Euro für Investitionen ins Stadtbild und die Infrastruktur bereitgestellt für Projekte, die sonst später oder überhaupt nicht realisiert worden wären. Hinzu kommt Geld aus Töpfen der Städtebauförderung und Tourismusförderung. Rund 7,2 Millionen Euro hat die Stadt investiert, seit sie den Zuschlag für den Hessentag bekommen hatte.

          Die grüne Ader der Stadt aufwerten

          Von der Kasseler Straße im Süden über das Kurhausareal, vorbei an der mittelalterlichen Wasserburg bis zum Festplatz im Norden hat Bad Vilbel eine ausgedehnte Parklandschaft zu bieten. Die grüne Ader der Stadt aufzuwerten, bildete einen der Schwerpunkte zum Hessentag und darüber hinaus. In neuem Glanz nach altem Vorbild tut sich nun eines der Bad Vilbeler Wahrzeichen, der Brunnentempel im Kurgarten, hervor. Künftig soll dort auch wieder Heilwasser verabreicht, also eine Tradition der Brunnen- und Quellenstadt wiederbelebt werden. Nach der Neugestaltung des Kurhausareals, die voraussichtlich im übernächsten Jahr vollendet sein wird, bieten Wasserspiele einen weiteren Blickfang.

          Der historische Teil des Kurparks zwischen Kurhaus und Parkstraße erinnert nun wieder an die ursprünglichen Planungen, die auf Philipp Siesmayer, Sohn des berühmten Gartenarchitekten Heinrich Siesmayer, zurückgehen. Wieder zu erkennen ist vor allem die über Jahrzehnte verlorengegangene Sichtachse. So ist ein Rondell nach früheren Plänen entstanden, womit auch das Ehrenmal stärker in den Blickpunkt rückt. Zumal die Fläche darum herum jetzt gärtnerische Akzente setzt.

          Einladender präsentiert sich auch das Areal am Kulturzentrum Alte Mühle auf der anderen Seite der Nidda. Nicht nur die Terrasse des Veranstaltungszentrums ließ die Stadt für die Gastronomie aufwerten, auch davor, am Ufer der Nidda, laden Treppenstufen zum Verweilen ein. Unweit davon, auf dem an den Festplatz angrenzenden Gelände, lässt die Stadt eine Art Generationenpark anlegen, einen Treffpunkt für Jung und Alt mit Sitzgelegenheiten, Wasserspielplatz, Kräutergarten und erweiterter Streetball- und Skateranlage.

          Rege Tätigkeit herrschte und herrscht im Stadtzentrum, genauer entlang der Frankfurter Straße. Beispiele für die Aufwertung der Einkaufs- und Gastronomiemeile finden sich schon einige, andere kommen noch hinzu. Sichtbar ist das beispielsweise an dem neu gestalteten kleinen Platz an der Braugasse und an der Einmündung des Grünen Weg, wo eine Art Aufenthaltszone mit neuem Pflaster, Sitzgelegenheit und Wasserspiel geschaffen wurde.

          Nicht nur Fachwerk und Gemäuer wurden saniert

          Ins Auge fällt nicht zuletzt die sogenannte Traditionsinsel, also der Platz um das alte Rathaus, eine der Keimzellen der Stadt. Besonders sticht die Verschönerung des Bad Vilbeler Hauptwahrzeichens hervor. Das historische Rathaus kommt mit renovierter Fassade nun noch besser zur Geltung. Wobei die Stadt nicht nur Fachwerk und Gemäuer sanieren ließ, sondern auch Türen, Fenster und Fensterbänke sowie dem Treppenaufgang zu neuem Glanz verhalf.

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          Schon länger geplant und im Zusammenhang mit dem Hessentag auf die Liste der Infrastrukturprojekte gekommen ist unter anderem der Ausbau des stadtseitigen Rad- und Fußwegs an der Nidda. Damit ist für Radfahrer eine Alternative entstanden, wenn sie die enge und häufig vielbefahrene Frankfurter Straße meiden wollen. Außerdem hilft der neugestaltete und erweiterte Weg, den Geh- und Radweg im Kurpark zu entlasten.

          Nicht zuletzt steht dieser Weg auch dafür, dass Bad Vilbel sich einen klimafreundlichen Hessentag auf die Fahnen geschrieben hatte, Autos also aus der Stadt heraushalten wollte. Die Besucher hätten sich vor allem per Bus, zu Fuß oder eben mit dem Fahrrad von einem zum anderen Veranstaltungsort des Hessentags bewegen sollen. Aber auch ohne Hessentag wird dieser Weg gut angenommen.

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