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Wegen Falschparkens : Todesschütze von Hanau vor den Morden kontrolliert

  • Aktualisiert am

Tatort: In dieser Bar erschoss Tobias R. in Hanau mehrere Menschen – eine Stunde zuvor war er wegen Falschparkens nicht weit davon entfernt aufgefallen Bild: Francois Klein

Kurz vor seiner ersten Tat ist der Todesschütze von Hanau kontrolliert worden – weil er sein Auto rechtswidrig abgestellt hatte. Und zwar in der Nähe des ersten Tatorts.

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          Der Todesschütze von Hanau war etwa eine Stunde vor Abgabe des ersten Schusses wegen Falschparkens kontrolliert worden. Wie Teilnehmer einer nicht-öffentlichen Sondersitzung des Innenausschusses am Donnerstag berichteten, stand sein Auto in der Nähe des ersten Tatorts. Er habe bei der Kontrolle nicht aggressiv reagiert, erfuhren die Teilnehmer von Generalbundesanwalt Peter Frank.

          Den Angaben zufolge erschoss der mutmaßliche Attentäter Tobias R. am Mittwoch vergangener Woche um 21.58 Uhr zuerst einen Menschen auf der Straße. Dann floh er und tötete an mehreren Orten acht weitere Menschen, bevor er zur Wohnung seiner Eltern fuhr. Dort soll sein Auto um 23.10 Uhr festgestellt worden sein.

          Erster Todesschuss auf der Straße

          Die Abgeordneten berichteten unter Berufung auf Frank, der Attentäter habe um 21.58 Uhr zuerst einen Menschen auf der Straße erschossen. Dann sei er geflohen und habe unterwegs einen zweiten Menschen getötet, bevor er weiter zur Bar Midnight fuhr und dort vier Schüsse durch die Tür abgab. Unterdessen gingen die ersten Notrufe bei der Polizei ein. Um 22.03 Uhr sei der erste Einsatzwagen am ersten Tatort gewesen, hieß es. An der Bar Midnight sei ein Mensch gestorben, berichteten die Abgeordneten.

          Als er weiterfuhr, tötete der Mann demnach einen weiteren Menschen. Im Vorraum eines Kiosks habe er dann vier Menschen getötet. In der benachbarten Arena Bar gab es demnach einen Toten und mehrere Verletzte. Um 22.10 Uhr sei der Todesschütze dann mit dem Auto zur Wohnung seiner Eltern gefahren.

          Das Spezialeinsatzkommando sei um 3.03 Uhr in die Wohnung eingedrungen, berichteten Teilnehmer der Sitzung. Ihren Angaben zufolge lag seine Mutter tot im Wohnzimmer. Die Leiche von Tobias R. sei dann am Kellerabgang gefunden worden.

          Hinweise über mögliche Mitwisser oder Unterstützer gebe es bislang nicht, berichteten die Abgeordneten weiter. Allerdings warteten die Ermittler noch auf Auskünfte des FBI zu möglichen Kontakten von Tobias R. während einer Reise in die Vereinigten Staaten im November 2018.

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