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Aschaffenburg : Vierspurig über den Main

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Knapp zwei Jahrzehnte nach den ersten Planungen hat das Straßenbauamt Aschaffenburg in der vergangenen Woche den Ausbau der Ebert-Brücke über den Main öffentlich ausgeschrieben. Dies teilte der Behördenleiter Norbert Biller am Freitag mit.

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          Biller hofft, die Aufträge noch in diesem Jahr an die Unternehmen vergeben zu können. Erste Bohrerkundungen habe man schon vorgenommen. Die erforderlichen Rodungen seien für den Winter vorgesehen, im Frühjahr 2006 sollten die eigentlichen Bauarbeiten beginnen, berichtete Biller Politikern von SPD, CSU und Grünen aus Stadt, Land und Bund. Sie hatten sich im Garten des Schlosses Johannisburg getroffen und freuten sich beim Anblick des zäh über die Brücke fließenden Verkehrs über den Beginn eines Bauwerks, das im Jahr 2008 fertiggestellt sein soll und den Bund voraussichtlich rund 14,5 Millionen Euro kosten wird.

          Oberbürgermeister Klaus Herzog (SPD) sagte, die Ebert-Brücke sei "im Raum Aschaffenburg der wichtigste und am meisten belastete Verkehrsknoten". Sie verknüpfe die innerstädtischen Hauptstraßen mit den überregionalen Fernstrecken und verbinde den Staatshafen mit der Autobahn 3. Außerdem sei die Brücke unverzichtbarer Bestandteil des Ringes um die Stadt.

          Lob an die Bundestagsabgeordneten

          Den Blick auf die beiden Bundestagsabgeordneten Norbert Geis (CSU) und Christine Scheel (Die Grünen) gerichtet, lobte er das Zusammenwirken von Abgeordneten aller Parteien im Interesse der Sache und erinnerte daran, daß die von der Haltung des Bundes abhängige Realisierung der Brücke oft und über lange Zeiträume hinweg sehr fraglich gewesen sei.

          Nach Angaben des Straßenbauamtes rollen täglich fast 40 000 Fahrzeuge über die Brücke. Ausgelegt sei sie aber nur für höchstens 30 000. Damit sei sie die am stärksten belastete Bundesstraße ihrer Größenordnung in ganz Bayern. Für das Jahr 2015 würden schon heute mehr als 45 000 Fahrzeuge prognostiziert.

          Viele Unfälle auf schmalen den Fahrbahnen

          Die Brücke weist eigentlich nur zwei Fahrstreifen auf, wegen ihrer völligen Überlastung sind als Notbehelf in einer Fahrtrichtung zwei sehr schmale Spuren markiert worden, auf denen zwei Autos nebeneinander fahren können. Dies führt allerdings häufig zu Verkehrsunfällen. Mit dem "Ausbau" ist im wesentlichen die Errichtung einer zweiten Brücke in einer Länge von 310 Metern gemeint, die es ermöglicht, aus der zweispurigen Fahrbahn eine vierspurige zu machen. Ein Radweg, ein Gehweg und eine 2,80 Meter hohe Lärmschutzwand kommen hinzu.

          Der vom Straßenbauamt ausgearbeitete Ausschreibungsvorschlag sieht vor, die neue Brücke als "Kastenquerschnitt aus Stahl mit aufgesetzter Betonplatte" zu errichten. Als "besonders herausfordernd" bezeichnete Biller den Anschluß des neuen Streckenabschnittes sowohl an die Hanauer als auch an die Darmstädter Straße. Währenddessen müsse der gesamte Verkehr nach Möglichkeit aufrechterhalten werden.

          Sanierung der alten Brücke

          Wenn die neue Brücke im Dezember 2008 fertig sei, werde sie zunächst den gesamten Verkehr der alten aufnehmen, da diese dringend saniert werden müsse. Erneuert würden der Fahrbahnbelag, die Brückenabdichtung, Übergangskonstruktionen, die Geländer sowie die Beleuchtung. Die Kosten betragen nach Billers Schätzung ungefähr zwei Millionen Euro. Erst nach diesen Arbeiten, etwa im Jahr 2010, könnten die vier Spuren ihre "volle Verkehrswirksamkeit" entfalten.

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