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Aschaffenburg : CSU empfiehlt SPD-Amtsinhaber

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Eine Wahlempfehlung zugunsten des sozialdemokratischen Oberbürgermeisters Klaus Herzog hat der Vorsitzende der Aschaffenburger CSU, Werner Elsässer, am Sonntagabend beim Neujahrsempfang seiner Partei ausgesprochen.

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          Eine Wahlempfehlung zugunsten des sozialdemokratischen Oberbürgermeisters Klaus Herzog hat der Vorsitzende der Aschaffenburger CSU, Werner Elsässer, am Sonntagabend beim Neujahrsempfang seiner Partei ausgesprochen. Mitte November hatte die CSU, wie berichtet, nach einer langen Diskussion in ihren Reihen mit einer knappen Mehrheit beschlossen, keinen eigenen Vertreter gegen Herzog ins Rennen zu schicken. Nachdem die Grünen ebenfalls verzichtet hatten, meldete kurz vor Weihnachten der einzige Vertreter der Kommunalen Initiative, Johannes Büttner, seine Kandidatur an. Er hat unter anderem ein paar Jahre lang der PDS angehört und charakterisiert sich selbst als "sozial und radikaldemokratisch". In Büttners Zweikampf mit dem als bürgerlich geltenden Oberbürgermeister Herzog hat sich die CSU nun auf dessen Seite geschlagen.

          Weil Herzog gemäß einer alten Aschaffenburger Tradition zum Neujahrsempfang der CSU ins Martinushaus gekommen war, konnte ihm Bürgermeister Elsässer als Kreisvorsitzender der Stadt-CDU vom Rednerpult aus vor rund 400 Gästen persönlich "einen guten Erfolg bei der anstehenden Wahl" wünschen. Er forderte die Aschaffenburger auf, am 12. März die Stimme abzugeben und fügte hinzu: "Die Auswahl dürfte ihnen nicht allzu schwer fallen." Die Frage, ob dies eine Wahlempfehlung zugunsten Herzogs sei, beantwortete er mit den Worten: "Das kann man so interpretieren." Daß nach Elsässer mit dem Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Horst Seehofer, gleichsam die Verkörperung schwarz-roter Annäherungen in Aschaffenburg auftrat, war purer Zufall. Der stellvertretende CSU-Vorsitzende hatte den Termin nach eigenem Bekunden schon vor einem Jahr zugesagt und wollte sich mit seiner Rede dafür bedanken, daß die CSU im Aschaffenburger Raum ihm "auch in der Zeit meines politischen Ablebens" die Treue gehalten habe.

          Seehofers Karriere galt im vergangenen Jahr schon als beendet, nachdem er sich mit der CDU-Bundesvorsitzenden Angela Merkel überworfen hatte. Aufgrund seines Profils als engagierter Sozialpolitiker und der besonderen Umstände bei der Bildung der großen Koalition setzte der bayerische Ministerpräsident Stoiber (CSU) ihn aber im vergangenen Herbst als Bundesminister durch. Auch im Hinblick auf eine lebensbedrohliche Krankheit, die er vor einiger Zeit überwunden hat, meinte Seehofer am Sonntag abend: "Ich bin der einzige Minister, der schon klinisch und politisch tot war."

          Die Zeit der scharfen ideologischen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien sei vorbei, sagte er. Heute sei ein Wahlkampf unter dem Motto "Freiheit statt Sozialismus" kaum denkbar. Statt dessen komme es auf eine bestimmte "Grundhaltung" an, die den Politiker im Dienst der Menschen sehe und nicht umgekehrt.

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