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Arbeitsmarkt : Arbeitslosigkeit in Hessen steigt gegen den Bundestrend

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Auf dem hessischen Arbeitsmarkt zeichnet sich keine Trendwende ab. Im August blieb der zu dieser Jahreszeit übliche Rückgang der Arbeitslosigkeit aus. Die Arbeitslosenquote stieg gegen den Bundestrend.

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          Auf dem hessischen Arbeitsmarkt zeichnet sich keine Trendwende ab. Im August blieb der zu dieser Jahreszeit übliche Rückgang der Arbeitslosigkeit aus. Wegen des späten Ferienbeginns und neuer Personengruppen in der Statistik erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um ein Prozent auf 277.361, wie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 9,0 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte sie bei 8,3 Prozent gelegen.

          Die Statistik ist auch acht Monate nach dem Start der Hartz-IV-Reform und der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum neuen Arbeitslosengeld II noch nicht vollständig. Nach Angaben der Regionaldirektion sind rund 22.000 Langzeitarbeitslose, die von Kommunen in Eigenregie betreut werden, noch nicht erfaßt. Wenn sie eingerechnet werden, liegt die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen in Hessen bei knapp 300.000. Frühestens im Oktober rechnet die Behörde mit einer zuverlässigen Statistik.

          4000 junge Leute im August arbeitslos gemeldet

          Die Zunahme der Arbeitslosenzahl führt die Regionaldirektion vor allem auf den späten Beginn der Schulferien in Hessen zurück. Knapp 4000 Jugendliche hätten sich nach dem Schulabschluß oder dem Ende ihrer Ausbildung in diesem Jahr erst im August und nicht schon im Juli arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren erreichte im August fast 39.000, das waren 15,6 Prozent oder 5243 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote bei jungen Menschen liegt damit inzwischen bei 11,5 Prozent.

          Neu in die Statistik kamen etwa 2400 erwerbsfähige Angehörige ehemaliger Arbeitslosenhilfe- oder Sozialhilfeempfänger. Dazu gehören vor allem bislang nicht berufstätige Ehefrauen oder Lebenspartnerinnen sowie allein Erziehende. Die Arbeitslosenzahl von Frauen stieg deshalb im August um 2,2 Prozent auf 127.191, bei den Männer blieb die Zahl der Arbeitslosen dagegen mit 150.170 fast unverändert. Männer hätten vor allem von mehr Einstellungen in Außenberufen wie Bau und Montage profitiert. Im August wurden den Agenturen rund 14.500 offene Stellen gemeldet, das waren 27 Prozent mehr als vor einem Jahr. Eine solch kräftige Zunahme habe es in diesem Jahr noch in keinem anderen Monat gegeben.

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