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Antiquariat aus Niederrad : Der Heilmacher

  • -Aktualisiert am

Zwischen Hämmern, Amboss und Kittkugel: In seiner Werkstatt restauriert Klaus Malorny auch mit 85 Jahren Wertvolles. Bild: Frank Röth

Im Frankfurter Stadtteil Niederrad restauriert Klaus Malorny Antiquitäten, er gilt international als Meister seines Fachs. Mit der Kamera hat er ein Stück Stadtgeschichte dokumentiert.

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          Im Hof steht ein silbergrauer VW Käfer, Erstzulassung vor 36 Jahren. Tadellos sieht er aus. Den fährt sie. Er herrscht in der Werkstatt zwischen Hämmern, Amboss und Kittkugeln. In der Werkstatt liegt jeder Gegenstand dort, wo er hingehört. Überhaupt ist man hier in einer anderen Welt, weg von der Stadt und ihr doch ganz nah. Frankfurt-Niederrad, Adolfstraße. Hinter dem Lattenzaun tut sich eine Oase auf, die aus der Zeit gefallen scheint. Ein geducktes Haus mit mehreren Teilen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Früher war es ein Bauernhof, die Werkstatt war Stall und Scheune. Heute ist es das Reich von Elke und Klaus Malorny.

          Vor knapp sechzig Jahren hat er es gekauft. Das Haus stand vor der Zwangsversteigerung. Sie hat ihm bei der Renovierung geholfen, so lange kennen sie sich schon, sind sie eine Einheit. Er, der Frankfurter, der Silberschmied und Fotograf in Personalunion ist. Sie, die Schwäbin, auch vom Fach und aus einer Familie mit einer Metallwarenfabrik. Zuerst hausten sie auf dem Dachboden der einen Haushälfte, dann zog der ehemalige Besitzer aus, konnten sie mit dem Umbau beginnen. Nicht alles hat Zutritt zu ihrem Refugium. Zum Beispiel das Internet. Eine Mail schicken? Bitte per Post. „Bei mir geht es nur mit Briefmarke“, sagt er. „Wir kommen ohne Digitales aus“, sagt sie und deutet auf das Telefon. Das reicht als Kontakt zur Außenwelt. Es ist noch so ein beiges Modell, mit Hörer und Wählscheibe.

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