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Studien der Uni Mainz : Neue Ideen für die Behandlung von Multipler Sklerose

Geschädigte Nervenzellen: Magnetresonanzbild des Gehirns eines Patienten mit Multipler Sklerose. Weiße Stellen zeigen die Läsionen. Bild: Science Photo Library

Multiple Sklerose und andere Autoimmunkrankheiten entstehen durch Fehlreaktionen der körpereigenen Abwehr. Manche Antibiotika dämpfen das Immunsystem. Daraus lassen sich eventuell neue Behandlungsstrategien ableiten.

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          Bestimmte Antibiotika hemmen die körpereigene Abwehr. Aus dieser Erkenntnis lässt sich möglicherweise ein neuer Ansatz zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten wie Multipler Sklerose (MS) ableiten. Das haben Wissenschaftler der Uni Mainz gezeigt. Die Forscher testeten die Wirkung des Antibiotikums Linezolid an Mäusen mit einer MS-ähnlichen Krankheit.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie sich herausstellte, konnten die Symptome durch das Medikament deutlich reduziert werden. Linezolid beeinträchtigt die Funktion eines bestimmten Typs von Immunzellen, die den Botenstoff Interleukin-17 produzieren. Diese Signalsubstanz fördert Entzündungen und spielt bei Autoimmunerkrankungen eine wichtige Rolle.

          Linezolid selbst eignet sich nicht für die Behandlung von MS, weil es als Reserve-Antibiotikum nur zur Bekämpfung multiresistenter Bakterien eingesetzt werden soll. Die Mainzer Wissenschaftler fanden aber heraus, dass ein Peptid namens Argyrin C einen ähnlichen Effekt hat. Ob die Substanz tatsächlich für die MS-Therapie eingesetzt werden kann, müsste zunächst in klinischen Studien untersucht werden.

          Eine andere Arbeitsgruppe der Mainzer Uni-Medizin hat zudem neue Hinweise darauf gefunden, dass Interleukin-17 eine große Bedeutung für die Darmgesundheit hat. Das müsste bei Behandlungen bedacht werden, die auf die Ausschaltung dieses Botenstoffs zielen.

          Link zur Publikation „Linezolid“

          Link zur Publikation „Interleukin-17“

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