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Attentats-Opfer verhöhnt : Stadt Hanau zeigt Hetzer an

Verhöhnung der Opfer: Hanau reagiert schockiert auf Hetze im Internet. Bild: Lucas Bäuml

Ein Mann, der schon wegen Volksverhetzung vor Gericht stand, soll die Opfer des Attentats von Hanau per Video verunglimpft haben. Deshalb hat der Rathauschef ihn angezeigt.

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          Eine Strafanzeige gegen einen Mann, der die Opfer des rassistischen Anschlags vom 19. Februar 2020 in einem Video-Blogg verhöhnt haben soll, hat Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) gestellt. Wie die Stadt am Dienstag mitteilte, wurde der Vorgang an den Staatsschutz weitergeleitet. Der Mann wird in der Mitteilung namentlich benannt, er heißt Nikolai Nerling und soll sich selbst „Volkslehrer“ nennen. Der Beitrag wurde den Angaben zufolge am 20. Februar veröffentlicht. In dem Video beleidige und verhöhne der rechtsgerichtete Blogger die Opfer des Anschlags. Er diffamiere sie als Kriminelle. Außerdem sage er einen baldigen „Rassenkrieg“ voraus. Nerling stelle die rassistischen Motive des Täters in Abrede und bediene migrantenfeindliche Einstellungen.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Die Stadt habe unmittelbar, nachdem sie Kenntnis von dem Video erhalten hatte, Anzeige erstattet, sagt Kaminsky. „Ich bin wütend und schockiert, dass so ein Schund im Netz öffentlich zugänglich ist. Diesem rechten Hetzer und seinen rassistischen Aktivitäten muss sofort Einhalt geboten werden.“ Er habe die Familien der Opfer über die Existenz des Videos informiert, obwohl er es ihnen nicht zumuten wolle, sich so etwas anzuschauen, sagt Kaminsky. „Aber sie müssen wissen, dass es das Video gibt und dass wir dagegen vorgehen.“

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