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Ausgezeichnete Arbeit: Katharina Iskandar berichtet über Fälle von Rechtsextremismus und Terrorismus im Rhein-Main-Gebiet.

Angriff in Dietzenbach : Hass auf den Staat

Löschschaum auf dem Boden am Rande einer Hochhaussiedlung: Etwa 50 Männer haben im hessischen Dietzenbach einen Brand gelegt und anschließend Rettungskräfte angegriffen. Bild: dpa

Einen derartigen Ausbruch von Gewalt wie im hessischen Dietzenbach kannte die Polizei bisher nur von extremistischen Gruppierungen. War dies tatsächlich ein Racheakt, ist man von solcher Schwerkriminalität nicht mehr weit entfernt.

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          Was immer der Auslöser war für die Gewalteskalation in Dietzenbach, es bleibt eine perfide Tat. Ein Anschlag nicht nur auf das Leben von Menschen, die nichts anderes taten, als ihrer Arbeit nachzugehen und die Gemeinschaft zu schützen. Sondern es ist genau betrachtet ein Anschlag auf den Staat.

          Auch wenn die Ermittlungen noch am Anfang stehen, so nimmt das Bild Konturen an, was sich in der Nacht zum Freitag abgespielt hat. Dieses Bild ist düster. Es zeigt, wie weit sich Teile der Gesellschaft schon entfernt haben von staatlichen Ordnungen und von denen, die sie repräsentieren.

          Natürlich ist die Suche nach der Auseinandersetzung mit der Polizei nicht neu. Das hat es auch in der Vergangenheit gegeben. Etwa die Angriffe beim Schlossgrabenfest in Darmstadt, die Übergriffe in Schwalbach, die sich über längere Zeit hinzogen, und zuletzt der Angriff einer größeren Gruppe junger Männer an Karfreitag im Frankfurter Stadtteil Griesheim.

          Einen derartigen Ausbruch von Gewalt jedoch, das Errichten eines Hinterhaltes, das Anlegen von Depots, den kannte die Polizei bisher nur von extremistischen Gruppierungen oder aus anderen Bundesländern, in denen Clan-Kriminalität verbreitet ist. Sollte die Vermutung zutreffen, dass es ein Racheakt wegen einer Razzia war, ist man von dieser Art von Schwerkriminalität nicht mehr weit entfernt.

          Härtere Strafen verhängen ist das Mindeste

          Umso wichtiger ist es herauszufinden, von wem die Gewalt ausgegangen ist. Der Hinweis allein, es seien eben „junge Männer“ gewesen, greift nicht mehr. Ihr soziales Umfeld muss ebenso aufgeklärt werden wie stärker in den Blickpunkt zu nehmen ist, ob sich bei ihnen nicht schon seit längerem eine Entwicklung hin zu der Ausübung von Gewalt abzeichnete.

          Eigentlich unfassbare Angriffe wie jener in der Nacht zum Freitag im Landkreis Offenbach zeigen aber auch, dass sich in solchen Kreisen ein Freund-Feind-Denken aufschaukelt. Das machen sich einige zunutze, um willkürlich ihrem Hass freien Lauf zu lassen. Sei es wie in Dietzenbach, wo es offenbar eine gezielte Vorbereitung gab, oder aber bei anderen nächtlichen Einsätzen, wenn die Polizei zu Auseinandersetzungen im öffentlichen Raum gerufen wird.

          Fast hat es den Anschein, als gebe es Gruppen, die Repräsentanten des Staates pauschal zum Freiwild erklären. Ob mit oder ohne Anlass. Aus Rache oder purer Lust an der Konfrontation. Dagegen härtere Strafen zu verhängen, ist deshalb das Mindeste, was der Rechtsstaat leisten muss.

          Katharina Iskandar
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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