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Anbindung an Rhein-Main : Werbung für S-Bahn-Linie für Seligenstadt

Flughafen Regionalbahnhof: Von dort aus könnte die neue Linie durch Offenbach und später dann bis nach Seligenstadt, eventuell sogar bis Babenhausen, geführt werden. Bild: Wolfgang Eilmes

Das hessische Seligenstadt fühlt sich an den Rand gedrängt. Deshalb möchte ihr Bürgermeister die Kommune stärker an die Metropolregion Rhein-Main anbinden. Eine neue S-Bahn-Linie soll den Anfang machen.

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          Die Nähe zum Spessart gehört neben zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten rund um das ehemalige Benediktinerkloster zu den Pfunden, mit denen Seligenstadt wuchern kann. Andererseits fühlen sich viele der mehr als 23.000 Einwohner aus der Einhardstadt an den Rand gedrängt, weshalb ihr Bürgermeister Daniell Bastian (FDP) die wachsende und vom Tourismus profitierende Kommune gerne stärker an die Metropolregion Rhein-Main anbinden möchte.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Am Freitag haben der Rathauschef und sein Parteifreund René Rock, der unter anderem Vorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag ist, Pläne vorgestellt, wie das ihrer Meinung nach auch gelingen könnte: durch eine zusätzliche S-Bahn-Linie, die vom Frankfurter Flughafen aus durch Offenbach und später dann zumeist an der Autobahn 3 entlang bis nach Seligenstadt, eventuell sogar bis Babenhausen geführt werden könnte.

          Dadurch würde der Ostteil des Kreises Offenbach, der bisher nur von der in Rödermark/Ober-Roden endenden S1 erschlossen werde, deutlich näher an die Zentren heranrücken, sind sich beide einig, wovon im günstigsten Fall bis zu 50.000 Bürger profitierten. Allerdings „frühestens in 15 Jahren“, sagte Rock mit dem Verweis auf die für große Infrastrukturprojekte üblichen Vorlauf- und Planungszeiten.

          Eine Chance für Seligenstadt

          Wobei es im konkreten Fall, wie Vorgespräche über eine „S-Bahn-Regionaltangente Süd“ gezeigt hätten, um ein relativ einfach zu verwirklichendes Vorhaben gehe: fast ohne Brücken und Tunnel, sondern auf Freiflächen entlang der Autobahn 3 beziehungsweise auf oder neben der vorhandenen Trasse der eingleisigen Odenwaldbahn, die von Hanau nach Darmstadt und Eberbach führt.

          Auf die Frage, warum sie mit ihrem Vorstoß gerade jetzt an die Öffentlichkeit gingen, verwiesen die Regionalpolitiker auf die aktuellen Pläne für einen Frankfurter Fernbahntunnel, der nach Fertigstellung für eine Entlastung im regionalen Schienennetz sorgen dürfte. Das sei die Chance für Seligenstadt und seine Nachbarkommunen, einen besseren Zugang ins Rhein-Main-Gebiet zu bekommen. Zu den Baukosten sowie der für eine Bundes- und Landesförderung unerlässlichen Nutzen-Kosten-Analyse könne man noch nichts sagen, so Rock.

          Nach Ansicht der S-Bahn-Befürworter sollte aber schon 2021 ein Gutachten in Auftrag gegeben werden, um genau diese Fragen beantworten zu können und sich zudem darüber Klarheit zu verschaffen, wo genau ein neuer S-Bahn-Ast vor Rodgau in Richtung Froschhausen abknicken sollte. In Vorgesprächen mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund, dem Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main sowie dem Kreis und der Stadt Offenbach habe man positive Signale für das Projekt erhalten, sagten Bastian und Rock.

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