https://www.faz.net/-gzg-9t1ff

Nach Vorfall auf Klassenfahrt : „An Schulen entschiedener gegen Antisemitismus vorgehen“

  • Aktualisiert am

Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker will mit den Schülern sprechen, die antisemitische Lieder auf einer Schulfahrt gesungen haben sollen. Bild: dpa

Der hessische Beauftragte gegen Antisemitismus hat ein entschlosseneres Vorgehen gegen Judenhass an Schulen gefordert. Er will mit den Schülern sprechen, die antisemitische Lieder auf einer Schulfahrt gesungen haben sollen.

          1 Min.

          Nach einem mutmaßlich antisemitischen Zwischenfall auf einer Schulfahrt zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald hat der hessische Beauftragte gegen Antisemitismus ein entschlosseneres Vorgehen gegen Judenhass gefordert. „Wir müssen unsere Anstrengungen auch in den Schulen nochmals verstärken und junge Menschen emotional stärker erreichen, damit sie begreifen, welch bösartiges Gedankengut sie da nachplappern“, erklärte Uwe Becker. Der Vorfall sage viel über die derzeitige Stimmung in Deutschland aus.

          Drei Schüler der Theo-Koch-Schule im mittelhessischen Grünberg sollen Mitte Oktober auf der Rückfahrt von dem Besuch der Gedenkstätte in Thüringen antisemitische Lieder abgespielt und mitgesungen haben. Die Schulleitung zeigte den Vorfall daraufhin bei der Polizei an, die Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung einleitete. Den Angaben des Landkreises Gießen zufolge wurde die Schule bereits mehrfach für ihre Arbeit in der Extremismus-Prävention ausgezeichnet.

          Dialog mit den Schülern suchen

          Die Schulleitung habe gezeigt, „dass es für Antisemitismus keine Toleranz, kein Weghören und kein Wegschauen in unserem Land geben darf“, sagte Becker. „Jede und jeder ist gefordert, Judenhass entschlossen entgegen zu treten und nur mit konsequentem Handeln können Grenzen gezogen und eingehalten werden.“

          Der Vorfall müsse nun im Dialog mit den 14 Jahre alten Schülern aufgearbeitet werden. Dafür stehe er auch persönlich zur Verfügung, sagte Becker.

          Weitere Themen

          Ausgeschlossen, abgepackt, angefasst

          F.A.Z.-Hauptwache : Ausgeschlossen, abgepackt, angefasst

          Daniel Schleidt und Helmut Fricke waren in Kenia und zeigen, wen die Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ dort unterstützen will. Was ist im Kampf gegen sinnlose Verpackungen schon alles erreicht worden? Auch gibt es Neues zur IAA. Die F.A.Z.-Hauptwache.

          Topmeldungen

          Abwärtstrend der Union : Die verlorene Heimat

          Für viele in der Union war Schwarz-Grün mal eine moderne Idee. Jetzt wächst die Angst, dass die Grünen übermächtig werden – und sie selbst als Juniorpartner enden.
          Unser Sprinter-Autor: Oliver Georgi

          F.A.Z.-Sprinter : Wer kann SPD-Vorsitz?

          Während es bei der SPD zum nächsten Duell um den Vorsitz kommt, läuft es bei den Grünen prächtig. Es steht sogar die Frage nach der Kanzlerkandidatur im Raum. Was sonst noch wichtig wird, der F.A.Z.-Sprinter.
          Die Polizei nimmt an der Polytechnischen Universität in Hongkong Protestierende fest.

          Krise in Hongkong : Unter Belagerung

          Hunderte Hongkonger Aktivisten harren auf dem Campus der Polytechnischen Universität aus. Die Polizei hat das Gelände umstellt – und droht mit dem Einsatz scharfer Munition.

          DFB-Team vor EM 2020 : Der Zauber lässt sich nicht zurückholen

          Vor der EM 2020 sollen bei der DFB-Elf die Kräfte von 2010 reanimiert werden. Die Analogie liegt auf der Hand. Wie damals wurde die Auswahl verjüngt, Hierarchien wurden aufgebrochen. Doch so leicht ist das nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.