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Oberbürgermeister Gerich : Ein Kümmerer mit Draht zum Bürger

Volksnah bis zum Schluss: Sven Gerich (rechts) feuert die Rhine River Rhinos, die Wiesbadener Rollstuhl-Basketballer, in einer Partie gegen Köln an. Bild: Picture-Alliance

Was bleibt von Sven Gerich? Am Montag räumt der Sozialdemokrat sein Büro im Wiesbadener Rathaus. In der Bilanz seiner Amtszeit wird deutlich, dass er trotz großer Kritik gut bei den Bürgern ankam.

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          Bald hat Sven Gerich (SPD) seinen letzten Arbeitstag als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden. Nach seinem im Januar angekündigten Rückzug hatte es in der Stadt wegen der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft durchaus Stimmen gegeben, die einen vorzeitigen Rücktritt für wahrscheinlich gehalten hatten. Doch Gerich hielt durch. Schon Ende Mai war er nach 201 Magistratssitzungen mit 4821 Beschlüssen vom Magistrat mit Blumen verabschiedet worden. Seitdem zehrte er seine Urlaubsansprüche auf und begab sich auf angenehme Dienstreisen wie zum Hessenfest nach Berlin. Gerich schaute noch bei diversen Sommerfesten und Empfängen vorbei und kürzlich auch noch einmal genervt im Revisionsausschuss, um Fragen nach seinen Beziehungen zur Familie Kuffler und Hintergründe der in die Kritik geratenen Vergaben der Gastronomie im Kurhaus und im Kongresszentrum zu erläutern.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Als Sven Gerich vor fünf Monaten nach Vorwürfen der Vorteilsnahme und Untreue vor die Medien trat, um seinen Verzicht auf eine abermalige Kandidatur als Wiesbadener Oberbürgermeister zu erklären, wies er nicht nur alle Vorwürfe zurück, er habe zum Schaden der Stadt gehandelt. Er versicherte auch, zu keinem Zeitpunkt korrumpierbar oder bestechlich gewesen zu sein: „Ich habe mir in diesem Punkt nichts vorzuwerfen.“ Zwar gab Gerich auch – nicht näher konkretisierte – Fehler zu, doch als eigentlichen Grund für seinen Rückzug nannte er eine die Grenzen des Zumutbaren überschreitende „Schmutzkampagne“. Gerich zog seinerzeit schon die Bilanz einer „erfolgreichen Zeit“ für Wiesbaden, auch wenn die Journalisten angesichts der Sensation des unerwarteten Rückzugs daran wenig Interesse zeigten.

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