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Allessa-Areal in Offenbach : Bekenntnis zum Design Park

Kostbares Gut: Eine freie Gewerbefläche mitten in Offenbach ist das ehemalige Allessa-Areal. Dort soll unter anderem der Design Park Offenbach entstehen. Bild: Wonge Bergmann

Auf dem Allessa-Areal in Offenbach sollen künftig Produkte der Zukunft entwickelt werden. Der Magistrat unterstützt das Projekt des Design Parks. Denn das rund 34 Hektar große Areal gilt als die größte ungenutzte Gewerbefläche im gesamten Rhein-Main-Gebiet.

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          Wenn sich etwa der Hersteller eines Heizungsthermostats fragt, was sein Produkt im Zeitalter der Digitalisierung können muss, um am Markt erfolgreich zu sein, dann soll er demnächst im Design Park Offenbach Antworten finden können. Und am liebsten wäre es Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) und allen anderen am Projekt Design Park Beteiligten, wenn sich möglichst viele weitere Unternehmen fänden, die dort Produkte der Zukunft entwickeln wollen.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Bislang hatte das schon vor zwei Jahren an der Hochschule für Gestaltung im Fachbereich „Technische Produkte und Produktsysteme“ unter der Leitung von Frank Georg Zebner entwickelte Projekt das Handicap, keinen physischen Ort zu haben, auf dem man sich eine Innovations-Schmiede hätte vorstellen können. Das ist anders, seit die Stadt nach Jahren zäher Verhandlungen das Allessa-Areal im vergangenen Jahr von dem Schweizer Chemieunternehmen Clariant kaufen konnte. Das rund 34 Hektar große Areal gilt als die größte ungenutzte Gewerbefläche im gesamten Rhein-Main-Gebiet. Auf der inzwischen Innovations-Campus genannten Brache soll der Design Park Platz finden, neben anderen Unternehmen.

          Der Magistrat der Stadt hat am Donnerstag beschlossen, sich mindestens zwei weitere Jahre an dem Projekt zu beteiligen, das Zebner und sein Team seit 2018 vorangetrieben haben. Mit dem Allessa-Gelände biete sich die Chance, mitten in der Stadt Innovationen zu entwickeln. Arbeiten und Leben rückten wieder so zusammen, wie es schon im Fall der alten Industrien gewesen sei mit ihren Fabriken mitten in der Stadt.

          Ein Signal des Aufbruchs

          Im Park sollen im Idealfall Studios, Labore, Dienstleister, Akademien und dergleichen nicht nur nebeneinander arbeiten, sondern möglichst auch kooperieren. Bernd Kracke, Präsident der Hochschule für Gestaltung, sieht die Entstehung des Design Parks mit seinem Ziel, moderne Technologie für funktionale Produkte nutzbar zu machen, in einer Linie mit dem Neubau der Kunsthochschule Hafen. Das sei ein Signal des Aufbruchs für Offenbach. Nicht zuletzt biete eine enge Verbindung zwischen Hochschule und Wirtschaft den Studenten die Chance auf Jobs und den Unternehmen Zugriff auf qualifizierte Mitarbeiter.

          Schwenke sprach von einem guten Tag für Offenbach. Dazu muss man wissen, dass er als oberster Wirtschaftsförderer der Stadt das zentrale Ziel ausgegeben hat, für die noch bis in die neunziger Jahre in großer Zahl verlorengegangenen Industriearbeitsplätze solche in zukunftsfähigen Unternehmen zu schaffen. Dabei setzt Schwenke auf die Kreativen in allen Ausprägungen, auch auf Innovationstreiber, die auf der Basis neuer Technologien neue Produktvarianten oder ganz neue Produkte entwickeln. Und gerade für solche soll der Design Park Räume und eine inspirierende Umgebung bieten.

          Die Stadt wird sich auch im zweiten Teil des Projekts, das mindestens weitere zwei Jahre laufen soll, mit 15.000 Euro im Jahr beteiligen. Wie Schwenke weiter sagte, hatten sich eigentlich schon ernsthafte Interessenten gefunden, doch habe der Ausbruch der Corona-Pandemie mit ihren für manche Unternehmen sehr dramatischen Folgen dazu geführt, dass diese absagen mussten. Er ist aber zuversichtlich, dass sich genug Firmen für eine Präsenz im Design Park finden lassen. Dessen sind sich auch die IHK Offenbach und die Wirtschaftsförderer des Landes von Hessen Trade & Invest überzeugt, die beide das Projekt unterstützen.

          Für Firmen attraktiv dürfte auch die Idee einer Vereinskonstruktion sein, die ihnen über eine Mitgliedschaft Einfluss auf die äußere und programmatische Gestaltung des Desgin Parks Offenbach gibt.

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