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: Agenda 2011: Ringschluß Ost in Aschaffenburg

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Für genau 65 Stunden will die Deutsche Bahn im Herbst ihren Fernverkehr auf der ICE-Strecke Aschaffenburg-Würzburg unterbrechen. In dieser Zeit muß ein Schienenstück entfernt und das Erdreich darunter vollständig abgetragen werden.

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          Für genau 65 Stunden will die Deutsche Bahn im Herbst ihren Fernverkehr auf der ICE-Strecke Aschaffenburg-Würzburg unterbrechen. In dieser Zeit muß ein Schienenstück entfernt und das Erdreich darunter vollständig abgetragen werden. An dessen Stelle, so sieht es der minuziös ausgearbeitete Plan vor, wird ein Tunnelstück gerückt. Dieses soll dann einerseits die wieder zusammengefügte Eisenbahnstrecke tragen und andererseits der Straße für den Autoverkehr Raum bieten.

          Am 3. Oktober soll es soweit sein: Wenn die ebenso spektakuläre wie anspruchsvolle Operation - Baureferent Detlef Martens spricht von einem "Verschubverfahren" - tatsächlich gelingt, ist dies nicht nur symbolisch, sondern auch verkehrstechnisch ein signifikanter Fortschritt bei dem inzwischen schon historisch zu nennenden Projekt der Aschaffenburger Ortsumgehung.

          Einen "Segen für die Stadt" nennt Oberbürgermeister Klaus Herzog (SPD) die Ringstraße. Deren Teile im Norden und im Westen wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten gebaut. Der südliche Abschnitt mit der Großbrücke über den Main kam in den neunziger Jahren hinzu. Jetzt fehlen noch 2,4 Kilometer, um den am Ende insgesamt acht Kilometer langen Ring um die Stadt zu schließen.

          Der sogenannte Ringschluß Ost ist als zweistreifige Hauptverkehrsstraße konzipiert. Er ist zwar parallel zur bestehenden Bahnlinie geplant, aber dennoch mit vielen Eingriffen in die Innenstadt verbunden. Darum wurde das 1993 beantragte Genehmigungsverfahren bei der Regierung von Unterfranken von erheblichen Protesten aus der Bevölkerung begleitet. Eine Reihe von Kritikpunkten und Verbesserungsvorschlägen sei bei der Planung aufgegriffen worden, berichtet der Oberbürgermeister, der sich bei der Verwirklichung dieses Projektes wie schon sein Vorgänger Willi Reiland (SPD) auf eine Mehrheit von CSU und SPD im Rat stützen konnte. 1998 erteilte der Regierungspräsident die Planungsgenehmigung.

          Als Anfang 1999 der Planfeststellungsbeschluß rechtskräftig wurde, begann die Stadt mit dem ersten von vier Bauabschnitten. Die Bahnquerung ist der dritte, der kürzeste und mit knapp 24 Millionen Euro auch der teuerste. Denn die für den 3. Oktober vorgesehene Unterführung ist nur eines von mehreren Spezialbauwerken in der Nähe des Hauptbahnhofs, wo neben der ICE-Strecke auch die Miltenberger Bahn und zahlreiche Gütergleise verlaufen. Der dritte Bauabschnitt soll im Herbst 2008 fertig werden. Schon davon versprechen sich Politiker und Verwaltung eine erhebliche Entlastung der Innenstadt.

          Die Arbeiten für den vierten und letzten "Bauabschnitt Fasanerie" beginnen im Dezember dieses Jahres. Mit ihrem Abschluß im Jahr 2011 wird die stadtplanerische Agenda endgültig erledigt sein, dann kann der Ring seine vollständige Wirkung auf den Verkehr entfalten. Die Kosten für den Ringschluß Ost belaufen sich nach Angaben des Oberbürgermeisters auf einen Betrag von rund 70Millionen Euro. 50 bis 60 Prozent davon tragen Bund und Freistaat. htr.

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