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AfD in Offenbach : Heikles Konglomerat

Haben es schwer: Robert Lambrou und Klaus Herrmann, Sprecher des Landesvorstands der AfD-Fraktion Bild: dpa

Die AfD-Fraktion in Stadt und Kreis Offenbach tut sich schwer damit, sich als eine seriöse rechte Partei innerhalb des demokratischen Spektrums zu verkaufen. Zu oft verstricken sich Parteimitglieder in verfassungsfeindliche Tätigkeiten.

          Es braucht nicht immer ein heimlich aufgezeichnetes Video, um zu decouvrieren, mit wem es Wähler wirklich zu tun haben. Die alte und neue Vorsitzende der AfD-Fraktion im Offenbacher Stadtparlament, Christin Thüne, hat ihre Ansichten immer wieder sehr direkt zum Ausdruck gebracht, beispielsweise als sie sinngemäß sagte, Menschen verschiedener Ethnien könnten sich so wenig verstehen wie Tiere verschiedener Gattungen.

          Diese Äußerungen sorgten zwar für helle Empörung im Stadtparlament. Thüne beeindruckte das so wenig wie ihr Parteiausschluss. Sie ist beileibe nicht das einzige aktuelle oder ehemalige Parteimitglied der AfD aus der Stadt und dem Kreis Offenbach, das es dem Landesvorstand um Robert Lambrou und Klaus Herrmann so schwer macht, die AfD den Wählern als eine seriöse rechte Partei innerhalb des demokratischen Spektrums zu verkaufen.

          Für private Zwecke verwendet

          Zu den Leuten, die ihm dieses Vorhaben gerade ganz besonders erschweren, zählt der Vorsitzende der AfD-Stadtverordnetenfraktion in Rodgau und der Kreistagsfraktion, Robert Rankl, der etlichen AfD-Parteifreunden vorwirft, Fraktionsgelder für private Zwecke verwendet zu haben. Eine entsprechende Strafanzeige soll auf den Weg gebracht werden.

          Möglicherweise ist es eine Retourkutsche Rankls dafür, dass ihm der Landesparteitag die Entlastung verweigerte. Es könnte aber auch sein, dass seine Vorwürfe zutreffen und belegen, dass man in der AfD mit der Redlichkeit, die man den etablierten Parteien gerne so demonstrativ abspricht, selbst nichts am Hut hat.

          Der Heusenstammer AfD-Fraktionsvorsitzende Carsten Härle gehört ebenfalls zu den Mitgliedern, die der Landesvorstand lieber heute als morgen loswerden möchte. Der Verfassungsschutz hatte ihm bescheinigt, er greife auf eine „durchgehend rechtsextremistische Diktion und Argumentation“ zurück, und er muss sich nach Angaben aus seiner Partei Anfang Juni wegen des Verdachts der Volksverhetzung vor Gericht verantworten.

          Der Landesvorstand versichert zwar, dass Härle Positionen vertrete, die in der AfD nichts zu suchen hätten, hat eine Ämtersperre verhängt und ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die AfD Leute, deren Gesinnung man jenseits des demokratischen Meinungsspektrums ansiedeln muss, mehr als jede andere Partei anzieht.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

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