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Abfallwirtschaft : Müllgebühren in Hessen von Ort zu Ort extrem unterschiedlich

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Unrat beseitigen zu lassen, ist etwa im Kreis Gießen für Familien teurer als für Singles. In Frankfurt ist es umgekehrt. Hessens Bürger müssen je nach Wohnort extrem unterschiedliche Gebühren für die Müllabfuhr zahlen.

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          Hessens Bürger müssen je nach Wohnort extrem unterschiedliche Gebühren für die Müllabfuhr zahlen. Für Haus- und Biomüll zahlt ein Ein-Personen-Haushalt in der Stadt Kassel 270 Euro im Jahr, im umgebenden Landkreis nur 46 Euro, wie das Pforzheimer Büro ES Konzepte in einer Modellrechnung ermittelte. Hauptgrund seien unterschiedliche Gebührenstrukturen. Insgesamt sei das Niveau in den vergangenen fünf Jahren gesunken.

          Je nach zu Grunde gelegtem Modellhaushalt ergeben sich unterschiedliche Ranglisten: Für Dre-Personen-Haushalte etwa setzt sich das südhessische Trebur mit 323 Euro vor die Stadt Kassel (270 Euro). Der Landkreis Kassel rückt mit 175 Euro ins Mittelfeld, am billigsten ist die Gemeinde Hainburg (92 Euro).

          Wieder andere Zahlen errechnen sich für Bürger, die ihren Bioabfall selbst kompostieren: Die Stadt Kassel verlangt bei Ein- Personen-Haushalten 175 Euro und kommt damit auf Platz drei hinter Bad Soden (199 Euro) und Frankfurt (240 Euro). Am unteren Ende der Skala rangiert Bad Nauheim mit 35 Euro. Ein Fünf-Personen-Haushalt mit Eigenkompostierung zahlt am meisten in Trebur (361 Euro) und im Odenwaldkreis (329 Euro), am wenigsten in Wiesbaden (114 Euro) und Offenbach (113 Euro).

          Gebühren bei Familien höher als bei Singles

          Ein Grund sind laut Studie die unterschiedlichen Bedingungen in den jeweiligen Gebieten. Lange Sammeltouren in ländlichen Gebieten, dichte Abfuhrtakte und moderne Abfallbehandlungsmethoden steigerten die Kosten. Hinzu kämen unterschiedliche Berechnungsmethoden: Die Stadt Kassel etwa belohne Eigenkompostierer mit hohen Abschlägen. Der Kreis Gießen nimmt von Ein-Personen-Haushalten niedrige Gebühren, die aber bei größeren Haushalten rasch anstiegen; Frankfurt und Bad Homburg verfahren umgekehrt. Daher lasse sich keine Liste teurer und billiger Entsorger bilden.

          Insgesamt müßten hessische Haushalte - vor allem Eigenkompostierer - im Jahr 2004 etwa 13 Euro weniger für die Müllabfuhr bezahlen als im Jahr 2000. Nutzer von Biotonnen sparten zwischen ein und fünf Euro. Teurer wurde es für Gewerbebetriebe. Für 240-Liter-Tonnen kletterten die Gebühren im Schnitt um 49 Euro, für 1.100-Liter-Tonnen im Schnitt um 22 Euro.

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