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Unter Protesten : Polizei räumt letzte Camps im Dannenröder Forst

  • Aktualisiert am

Beobachtungsposten: Eine Aktivistin auf einem Baum im Dannenröder Forst hinter einem Polizisten Bild: dpa

Im Dannenröder Forst fallen weitere Bäume für den Ausbau der Autobahn 49 im nördlichen Mittelhessen. Die Polizei räumt derweil die letzten verbliebenen Baumhaus-Camps von Aktivisten.

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          Unter weiteren Protesten von Umwelt- und Klimaaktivisten hat die Polizei am Donnerstag Räumungen in den letzten beiden verbliebenen Baumhaus-Camps im Dannenröder Forst vorgenommen. In dem Waldstück werden Bäume für den Weiterbau der Autobahn 49 in Mittelhessen gefällt. Um dies zu verhindern, hatten die Aktivisten das Waldstück seit mehr als einem Jahr besetzt. Am Donnerstagmorgen standen aber nur noch auf einer Strecke von rund 100 Metern auf der künftigen Trasse Bäume, wie ein Polizeisprecher sagte.

          Bei den Räumungsarbeiten hätten sich erneut Menschen in Gefahr begeben – „in großer Höhe auf oder zwischen Bäumen“, teilte die Polizei via Twitter mit. Zwei in einem Baum sitzende Frauen klebten ihre Hände aneinander. Eine zu Hilfe gerufene Ärztin löste die Aktivistinnen voneinander, bevor diese herabgeholt wurden. Bereits am Morgen hatten die Beamten zudem ein seit Wochen über die Bundesstraße 62 gespanntes Stahlseil entfernt, das Aktivisten für ihren Protest genutzt hatten.

          59 Festnahmen und 79 Platzverweise zählte die Polizei am Donnerstag, wie das Polizeipräsidium Mittelhessen am Abend mitteilte. Zudem seien 14 Strafverfahren eingeleitet worden.

          Al-Wazir verteidigt bisherige Linie

          Insgesamt sollten im Dannenröder Forst nahe Homberg/Ohm im Vogelsbergkreis Bäume auf einer Fläche von 27 Hektar für das Verkehrsprojekt abgeholzt werden. Seit dem 10. November räumt die Polizei das Waldstück schrittweise, um die Arbeiten abzusichern. Vorangegangen waren auch Rodungen im Herrenwald bei Stadtallendorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie im ebenfalls nahe Homberg/Ohm gelegenen Maulbacher Wald.

          Die A49 soll nach der Fertigstellung Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden. Umwelt- und Klimaschützer halten das Projekt angesichts der Klimakrise für verfehlt und fordern eine umweltfreundliche Verkehrswende. Die Befürworter versprechen sich weniger Verkehrs- und Lärmbelastung in den umliegenden Dörfern und eine bessere Straßenanbindung für Pendler und Unternehmen.

          Der hessische Verkehrsminister und Grünen-Politiker Tarek Al-Wazir verteidigte im Interview mit der Tageszeitung „taz“ seine bisherige Linie zum Autobahnausbau, wonach er den Weiterbau der A49 zwar für falsch hält, ihn aber nicht stoppen kann. Der Weiterbau sei demokratisch beschlossen und höchstrichterlich bestätigt worden. Er müsse sich an die Rechtslage halten, alles andere wäre Willkür: „Ich bin nicht Donald Trump, ich halte mich an Gesetze und akzeptiere Gerichtsentscheidungen.“

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