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Nach Unfall in Südhessen : 60 Schaulustige hindern Rettungskräfte an der Arbeit

  • -Aktualisiert am

Rund 60 Schaulustige haben den Rettungskräften am Donnerstagabend die Arbeit erschwert. (Symbolbild) Bild: dpa

Nach einem Unfall im südhessischen Babenhausen mussten mehrere Polizeistreifen anrücken, um rund 60 Schaulustige in den Griff zu bekommen. Sie verhielten sich verbal aggressiv und versperrten den Rettungskräften den Weg.

          Rund 60 Gaffer haben am Donnerstagabend Rettungskräfte behindert, die Verletze nach einem Unfall im südhessischen Babenhausen behandeln wollten. Die Schaulustigen waren nach Angaben der Polizei verbal aggressiv und haben sich den Helfern in den Weg gestellt. Handgreiflichkeiten habe es nicht gegeben. Mehrere Polizeistreifen, auch aus Bayern, seien angerückt, um die Lage in den Griff zu bekommen. Die Beamten hätten einen Diensthund bereitgehalten und mit dem Einsatz von Pfefferspray gedroht.

          Die Menschengruppe hatte sich nach dem Zusammenstoß zweier Autos versammelt. Ein zwanzig Jahre alter Mann wollte gegen 21.40 Uhr links abbiegen. Dabei nahm er einem 52 Jahre alten Mann die Vorfahrt, der in die entgegengesetzte Richtung fuhr. Die beiden Fahrzeuge kollidierten, durch den Aufprall drehte sich das Auto des Unfallverursachers, schleuderte in die entgegengesetzte Fahrtrichtung und rollte rückwärts noch einige Meter weiter. Zwei Insassen der Autos wurden bei dem Unfall verletzt, ein Mitfahrer schwer. Den Schaden bezifferte die Polizei auf 11.000 Euro. 

          Die Stimmung unter den Anwesenden habe sich emotional zugespitzt, sagte eine Polizeisprecherin der F.A.Z.. Eine 48 Jahre alte Frau, mit einem der Verletzten verwandt, erlitt am Unfallort einen Schock und brach zusammen. Laut Polizei haben die Schaulustigen zunächst verhindert, dass der Frau geholfen wurde. Da sich auf engem Raum viele Menschen aufgehalten hätten, sei auch die Versorgung der Verletzten schwierig gewesen, so die Sprecherin. Damit die Rettungskräfte arbeiten können, hätte die Feuerwehr einen Sichtschutz errichtet.

          Um die Situation schnell zu deeskalieren, hätte die Beamten auf eine Identitätsprüfung an Ort und Stelle verzichtet, sagte die Sprecherin. Dennoch werde geprüft, ob einzelne Gaffer strafrechtlich verfolgt werden könnten.

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