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50 Jahre Staatsschutzsenat : Von der RAF bis zum Völkermord in Ruanda

Letzter Akt des RAF-Terrors: Der Anschlag auf die Justizvollzugsanstalt Weiterstadt richtete 1993 einen Schaden von mehr als 100 Millionen Mark an. Bild: Picture-Alliance

Terroranschläge, Bürgerkriegsverbrechen, Spionage: Die Staatsschutzsenate schlagen heute wie damals die dunklen Kapitel der Menschheit auf. Doch die Formen des Terrorismus haben sich in den letzten 50 Jahren gewandelt.

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          Das wäre vielleicht etwas für die Eine-Million-Euro Quizfrage: Welches Gericht hat den früheren DDR-Geheimdienstchef Markus Wolf für drei Tage hinter Gitter gebracht? Im Januar 1998 verweigerte Wolf vor dem Frankfurter Oberlandesgericht als Zeuge im Prozess gegen einen mutmaßlichen früheren Spion die Aussage und musste deswegen in Beugehaft. Wolf griff die Episode später in einem Buch auf und erzählte, er habe in der selben Zelle gesessen wie kurz zuvor der krachend gescheiterte Immobilienkönig Jürgen Schneider. Der ehemalige Stasi-General logierte, wie er sagte, recht luxuriös in der riesigen Justizanstalt im südhessischen Weiterstadt. Diese selbst, respektive ihre Zerstörung, hatte zwei Jahre zuvor im Zentrum eines Prozesses gestanden, der so etwas wie der Epilog der Terrorgeschichte der Rote Armee Fraktion (RAF) wurde.

          Helmut Schwan

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Richter der Staatsschutzsenate – mittlerweile gibt es zwei davon – schlagen damals wie heute dunkle Kapitel der Zeitgeschichte auf. Oder besser gesagt, sie durchpflügen sie. Meist müssen sie immense Aktenberge bewältigen, um sich ein Bild machen zu können, was junge Männer und Frauen dazu bewegt, die Normalität hinter sich zu lassen und, so der Begriff aus den Siebzigern, „in den Untergrund“ zu gehen.

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