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Regierung will Versprechen einlösen : 105 Prozent Lehrerversorgung in Hessen

  • Aktualisiert am

Unterricht in Hessen. Bild: dpa

CDU und FDP räumen vor der Landtagswahl ein weiteres Konfliktfeld ab: Wie versprochen soll es noch mehr Lehrerstellen geben. Die Opposition spricht von Schönfärberei.

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          Mit einer durchschnittlichen Lehrerversorgung von 105 Prozent an Hessens Schulen will die Landesregierung ein zentrales Versprechen einlösen. Bis zum Ende der Sommerferien sollen rund 600 zusätzliche Stellen geschaffen werden, kündigte Kultusminister Nicola Beer (FDP) am Mittwoch in Wiesbaden an. Die Opposition, die seit vier Jahren vehement dieses Versprechen einfordert, reagierte zunächst skeptisch und sprach von Rechentricks. CDU und FDP hatten sich 2009 im Koalitionsvertrag die 105-prozentige Versorgung zum Ziel in der Legislaturperiode gesetzt. Im September wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt.

          300 Stellen gehen an Schulen mit schwierigem Umfeld wie in sozialen Brennpunkten und Ballungsgebieten. Für die Zuteilung hat das Ministerium einen neuen Sozialindex entwickelt. Dieser orientiert sich zum Beispiel am Anteil der Zuwanderer, der Zahl der Einfamilienhäuser oder der Arbeitslosenquote im Umfeld der Schule. „Wir gehen weg von der Gießkanne hin zu mehr individueller Förderung“, sagte Beer.

          Die SPD sprach von Rechentricks

          Derzeit liegt die Versorgung mit Lehrern nach Angaben des Ministeriums im Schnitt bei knapp über 101 Prozent. Die selbstständigen Schulen kommen auf 103 Prozent. Für die neuen Stellen stehen im Doppelhaushalt 2013/2014 rund 30 Millionen Euro zur Verfügung, wie die Kultusministerin sagte. Insgesamt stünden ab August im neuen Schuljahr für fast 800 000 Schüler knapp 50 000 Lehrer zur Verfügung. Auch 80 Lehrer, die in der Bildungsverwaltung tätig sind, sollen wieder in den Unterricht zurückkehren.

          Jede Schule soll selbst entscheiden, wo sie die Ressourcen einsetzen will, die über die Grundversorgung von 100 Prozent hinausgehen. Schulen, die unter den Sozialindex fallen, können außer Lehrern auch Sozialpädagogen oder Psychologen einstellen. Vom Sozialindex werden vor allem Schulen in Großstädten wie Offenbach, Frankfurt, Wiesbaden und Kassel profitieren, sagte Beer. Bundesweit gibt es ähnliche Modelle in Nordrhein-Westfalen und Hamburg.

          Die SPD sprach von Rechentricks, da eine beträchtliche Zahl der neuen Stellen in Ganztagesangebote gingen. Die Kultusministerin habe einfach so lange gerechnet, bis es mit den 105 Prozent hinhaue, kritisierte die Abgeordnete Heike Habermann. Die Grünen sehen dagegen „einen wichtigen Schritt“ für die Schulen. Es werde allerdings jetzt genau geprüft, ob Beer nicht zu Rechentricks gegriffen habe, erklärte der Abgeordnete Mathias Wagner. Die Linke verlangte 110 Prozent Versorgung, da auch ein Vertretungspool an den Schulen zu berücksichtigen sei.

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