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Nach Mord an Lübcke : Rechtsextreme wollen in Kassel demonstrieren

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Stephan E., der Tatverdächtige im Mordfall Lübcke, wird nach einem Haftprüfungstermin beim Bundesgerichtshof (BGH) zu einem Hubschrauber gebracht. Bild: dpa

Nach dem Tod von Walter Lübcke haben Rechtsextreme in Kassel eine Demonstration angekündigt. Am besagten Datum jährt sich aber auch Stauffenbergs Attentatsversuch gegen Adolf Hitler.

          Weniger als zwei Monate nach dem Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) wollen Rechtsextreme in Kassel demonstrieren. Zudem soll es eine linke Gegendemo geben. Man habe Kenntnis, dass von beiden Seiten Anmeldungen für den 20. Juli vorlägen, sagte ein Sprecher der Polizei in Kassel am Montag. Die Kleinstpartei „Die Rechte“, der der Verfassungsschutz ein rechtsextremistisches Potenzial zuschreibt, hat auf ihrer Internetseite zu einer Demo aufgerufen. Sie spricht von einer gezielten Instrumentalisierung des Attentats auf den CDU-Politiker, mit dem Rechte in die Nähe von Gewalt und Terror gerückt würden.

          Gegen die rechte Demo wollen linke Gruppierungen unter dem Motto „Naziaufmarsch verhindern“ auf die Straße gehen. Man bereite sich auf den Einsatz vor, um einen störungsfreien Ablauf der Veranstaltungen zu gewährleisten, sagte der Polizeisprecher. Angaben zur erwarteten Zahl der Demonstranten machte er nicht. Die Rechten hätten 100 Teilnehmer angegeben, die Linken 1000. „Die Angaben müssen aber nicht mit der Realität übereinstimmen“, erklärte die Polizei. Zuvor hatte die „Frankfurter Rundschau“ über das Thema berichtet.

          Geständnis von Stephan E.

          Lübcke war am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der 45 Jahre alte Stephan E. hatte die Tat gestanden und dann sein Geständnis widerrufen.

          Laut diesem soll E. schon 2017 und 2018 je einen Anlauf zu der Tat unternommen haben. Mindestens zwei Mal sei Stephan E. bewaffnet zum Haus des Kasseler Regierungspräsidenten gefahren, dann aber wieder umgekehrt, hieß es am Montag aus Ermittlerkreisen. Hinterher sei er froh gewesen, Walter Lübcke nicht getötet zu haben, hatten „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR am Sonntagabend geschrieben. Der Rechercheverbund hatte zuerst über die Details aus dem Geständnis berichtet.

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