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Rechtsextremismus in Hessen : „Der Terror von rechts ist ein stiller Terror“

  • -Aktualisiert am

Neonazi-Nachwuchs: Rechtsextremisten bei einer Demonstration in Frankfurt im Jahr 2007 Bild: Getty

Im Fall um den erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke erinnert manches an die NSU-Morde. Welche Gefahr geht von der Neonazi-Szene in Nordhessen aus?

          3 Min.

          Zehn Morde, ein gutes Dutzend Banküberfälle und einen Nagelbombenanschlag verübten die Rechtsterroristen des NSU zwischen 2000 und 2007. In Kassel töteten die Mörder am 6.April 2006 den Internetcafébetreiber Halit Yozgat. Von einem Versagen der Sicherheitsbehörden war die Rede, als nach dem Selbstmord der Täter, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, im November 2011 offenbar wurde, dass es sich um eine rechte Terrorserie handelte. Bis zuletzt hatten Polizei, Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz ein rassistisches Motiv nahezu ausgeschlossen. Als Reaktion auf die Fehler und Versäumnisse der Behörden sollten rechtsextreme Bestrebungen in Hessen künftig schärfer in den Blick genommen werden.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein solche Mordserie dürfe nie wieder geschehen, darin waren sich die Fraktionen im Landtag nach Abschluss des NSU-Untersuchungsausschusses im Sommer vergangenen Jahres einig. Jetzt, nach dem Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, fragt sich in Wiesbaden mancher, ob die notwendigen Konsequenzen tatsächlich gezogen wurden. Wieder geschah die Tat in Nordhessen, wieder soll der Täter ein Rechtsextremist sein, wieder wurde das Opfer offenbar kaltblütig mit einem Kopfschuss getötet. Wieder fragt man sich, ob es sich wirklich nur um einen Einzeltäter handelt.

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