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Rechenzentrumsboom Frankfurt : Hochgezogen, eingezogen

Austauschpunkt für den Datenverkehr des Internets: ein verschlossener Server des Unternehmens Interxion Bild: Patrick Junker

Die Betreiber von Rechenzentren bauen in Rekordtempo. Dennoch würden sie bereits im schnellen Wachstum an Geschwindigkeit verlieren, mahnen die Unternehmen.

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          Interxion, einer der größeren Anbieter von Colocation in Frankfurt, hat eine magische Zahl erreicht: Fra 13, das 13. Rechenzentrum des Unternehmens am Standort, ist eröffnet. Lange hält man sich daran nicht auf, neben dem Neubau am Osthafen wird schon die Baugrube für das nächste Rechenzentrum ausgehoben. Zudem habe es Flächen für weitere Expansionen reserviert, teilte das Unternehmen mit.

          Inga Janović

          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch so sehr die Branche boomt, ganz so schnell geht es doch nicht. Tatsächlich beziehen die Kunden erst einmal nur eine Hälfte von Fra 13 und bestücken die Fläche mit ihren Hochleistungsrechnern. Der andere, etwas größere Gebäudeteil soll im nächsten Frühjahr bezugsfertig sein. Dann stehen insgesamt 4.900 Quadratmeter Fläche und eine Stromkapazität von zehn Megawatt zur Verfügung. Interxion investiert nach eigenen Angaben rund 90 Millionen Euro in den Neubau.

          Ins Stocken geraten

          „Über Rechenzentren bereitgestellte Dienstleistungen sind im Rahmen der Digitalisierung ein wichtiger Treiber des Wirtschaftswachstums in Deutschland und weltweit“, erklärt Jens Prautzsch, Geschäftsführer von Interxion Deutschland. Er hatte jüngst auf einer Veranstaltung angemahnt, dass dieser Antrieb ins Stocken geraten könnte, wenn Deutschland nicht kräftig in seine Infrastruktur investiere. Das gelte besonders für den Ausbau der Stromnetze. „Wir verlieren bereits an Geschwindigkeit im Wachstum“, mahnte Prautzsch.

          Bezogen auf seine eigene Branche ist davon in Rhein-Main aber nichts zu spüren. Der Markt zieht große internationale Investoren an. So hat der texanische Immobilienfonds Cyrus One jüngst den Datacenter-Betreiber Zenium und damit auch zwei Rechenzentren in Frankfurt- Sossenheim gekauft. Nun ist Wachstum angesagt: Bis zum Sommer 2020 soll ein weiteres Zentrum entstehen, mit 22 Megawatt Leistung und 11.500 Quadratmetern soll es doppelt so groß sein wie das jüngste Gebäude von Konkurrent Interxion.

          An einem Bauprojekt dieser Größe arbeitet auch Mitbewerber Equinix, der seinen Hauptstandort in Seckbach hat. 90 Millionen Euro werden verbaut, im Februar soll der Einzug beginnen.

          Etwa zur gleichen Zeit wird auch der neueste Bau von E-Shelter ans Netz gehen, das Unternehmen, dessen größter Standort bislang in Rödelheim ist, baut in Hattersheim für rund 350 Millionen Euro einen neuen Komplex aus mehreren Datacentern.

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