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Abwärme-Nutzung : Rechenzentren und Klimaziele

  • -Aktualisiert am

Energiesauger: Rechenzentren ziehen mehr als ein Viertel des Stroms in Frankfurt ab Bild: Patrick Junker

Rechenzentren werden immer wichtiger. Nur: Sie brauchen viel Strom, die Datacenter-Hauptstadt Frankfurt will dagegen Energie einsparen. Die Abwärme von Rechnern zu nutzen, könnte Klimazielen dienen.

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          Trotz kabelloser Verbindungen in jedem Haushalt: Das Internet kommt nicht aus der Luft, und so klimafreundliche Effekte sich mit manchen Apps auch erzielen lassen, ohne die energiehungrigen Rechenzentren dahinter sind sie nicht denkbar. Je mehr Tätigkeiten auf digitale Kanäle verlagert werden, desto größer wird der Bedarf an Infrastruktur für die Digitalisierung.

          In Frankfurt, wo mehr als 40 Unternehmen Rechenzentren betreiben, führt das zu einer widersprüchlichen Entwicklung. Während die Stadtpolitik mit großen und kleinen, teilweise einschränkenden und teuren Maßnahmen ehrgeizigen Klimazielen entgegenstrebt und die Grünen nach ihrem Wahlsieg das Tempo nun weiter anziehen wollen, wächst der Energiehunger der Branche als heute schon größter Stromverbraucher der Stadt auf Jahre hinaus weiter. Der Magistrat mahnt sich im jüngsten Klimaschutzbericht schon selbst: Stand heute wird es nichts mit der großen Energiewende bis 2050.

          Gebäude effizient nutzen

          Da Rechenzentren auch viel Fläche beanspruchen, direkt kaum Arbeitsplätze schaffen und städtebaulich wenig ansehnlich sind, kommt leicht die Forderung auf, die Unternehmen mögen lieber woanders als im schönen grünen Frankfurt ihre Datenkraftwerke errichten. Abgesehen davon, dass der Versuch der Verdrängung mit Blick auf die Gewerbesteuereinnahmen, die Relevanz des Wirtschaftsstandortes und die Abhängigkeit vieler Branchen von dieser Infrastruktur ein Eigentor wäre, ist die Diskussion müßig: Die Rechenzentren stehen hier, und weitere mit Kosten in Milliardenhöhe sind genehmigt.

          Da bleibt nur eine Lösung: Mit der Branche muss Frankfurt seine Klimaziele erreichen, die Rechenzentren müssen so schön und grün wie ganz Frankfurt werden. Erzwingen kann die Stadt das nur begrenzt, aber es kann gelingen, denn das größte Interesse an Einsparungen und Effizienz haben die Betreiber selbst. Der Strom ist in Deutschland teuer, Grundstücke in Rhein-Main sind es sowieso. Also gebietet es allein der Eigennutz, jedes der Gebäude so effizient wie möglich zu nutzen, die Cloud-Betreiber mit sogenannten Hyperscaler-Datacentern zeigen, wie sparsam kalkuliert und gespeichert werden kann.

          Weitere Schritte wie die Nutzung von Abwärme als Fernwärme sind Technologien, auf denen große Hoffnungen ruhen. Erprobt werden sie bislang nur, wenn sich Betreiberfirmen wie Telehouse im Gallus freiwillig auf den Versuch einlassen. Eine erste Wohnsiedlung, die mit Energie aus dem Datenverkehr beheizt wird, kommt also. So weit zu kommen hat Jahre gedauert, das hatten sich alle Beteiligten leichter vorgestellt. Dass die verschenkte Abwärme die Energiebilanz stark verbessert, steht nicht fest, vielleicht kommt unterm Strich nur das berühmte Kleinvieh heraus. Aber auf diesem Weg müssen Stadt und Unternehmen weitergehen.

          Inga Janović
          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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