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Nach Ankündigung Trumps : „Viel zu teuer und strategisch nicht sinnvoll“

Amerikanische Truppen auf deutschem Boden: Allein in Wiesbaden hat das Militär gut 20.000 Mitglieder. Bild: Frank Röth

Präsident Trump und sein Botschafter in Berlin drohen mit dem Abzug amerikanischer Truppen aus Deutschland. Im Hauptquartier der Army in Wiesbaden gilt das als völlig unrealistisch.

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          Aus der Clay-Kaserne in Wiesbaden-Erbenheim gibt es nur einen dürren Satz: „Das ist eine Sache der Botschaft.“ Was die zu der Angelegenheit zu sagen hat, ist allerdings hinlänglich bekannt. Richard Grenell, der amerikanische Botschafter in Berlin, hat es vor ein paar Tagen schließlich mehr als deutlich formuliert. Er bekräftigte Andeutungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump aus dem Sommer 2018 und vom Juni dieses Jahres und erklärte: „Es ist wirklich beleidigend zu erwarten, dass der amerikanische Steuerzahler weiter mehr als 50.000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden.“ Und er pflichtete Georgette Mosbacher bei, der Vertreterin Washingtons in Polen, die getwittert hatte, Polen erfülle im Gegensatz zu Deutschland seine Zahlungsverpflichtung gegenüber der Nato und würde die amerikanischen Truppen aus Deutschland gerne aufnehmen.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dass es zu dieser abermaligen Attacke der amerikanischen Regierung auf die deutsche Verteidigungspolitik vom Europa-Hauptquartier des amerikanischen Heeres in Wiesbaden keine Stellungnahme gibt, ist nicht weiter verwunderlich. Die Army schweigt grundsätzlich, wenn es politisch wird. Besonders seit der als sehr kompetent geltende, aber öffentlichkeitsscheue Generalleutnant Christopher Cavoli das Kommando über die rund 30.000 auf europäischem Boden stationierten Heeressoldaten der Vereinigten Staaten übernommen hat. Und ganz besonders, seit der frühere Fox-News-Kommentator Grenell in der Bundeshauptstadt die Interessen Washingtons und vor allem Präsident Trumps vertritt. Denn der Botschafter macht nicht nur regelmäßig mit undiplomatischer Ruppigkeit auf sich aufmerksam, sondern bringt auch seinen Apparat mit klaren Ansagen „auf Linie“ und nimmt auf alle amerikanischen Dienststellen im Land massiven Einfluss.

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