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CDU-Parteivorsitz : „Phänomen der Krise“

Der Beginn einer neuen Ära? So reagieren Politiker auf Merkels Verzicht auf den Parteivorsitz. Bild: EPA

Unter den hessischen Politikern löst Merkels Verzicht auf den CDU-Parteivorsitz ganz unterschiedliche Reaktionen aus. Für manche sei sogar ein Ende der großen Koalition in Sicht.

          Die Generalsekretärin der hessischen SPD, Nancy Faeser, glaubt nicht, dass die personelle Veränderung an der Spitze der CDU in Berlin Auswirkungen auf die Debatte in der SPD haben werde. Die Ankündigung der Bundeskanzlerin Angela Merkel, im Dezember nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren, wirke sich nur auf ihre eigene Partei aus“, sagte Faeser heute in Wiesbaden.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Sie bedeute keine Erosion in der großen Koalition, denn die Unionspolitikerin bleibe ja Regierungschefin. Angesichts ihrer Verdienste um das Land bleibe festzuhalten, dass ihr Rückzug jetzt „nicht sehr würdevoll“ vonstatten gehe. Die FDP bleibt bei ihrer Position, in Berlin nicht noch einmal über eine Jamaika-Koalition reden zu wollen.

          „Endlich ein Ende“

          Das bekräftigte die Bundestagsabgeordnete Bettina Stark-Waztinger. So etwas komme nur nach Neuwahlen in Frage, betonte die Liberale. Sie bekleidet in ihrer hessischen Landespartei das Amt der Generalsekretärin. 

          Merkels Ankündigung sei „ein weiteres Phänomen der Krise in Berlin“, befand Jan Schalauske, einer der beiden Parteichefs der Linken. Dies nähre die Hoffnung, dass die große Koalition „endlich ein Ende findet“.

          Manfred Pentz, der Generalsekretär der CDU, wollte die Nachricht nicht bewerten. Auf die Frage, ob der hessischen CDU die starke Loyalität zur Kanzlerin im Wahlkampf geschadet habe, meinte er, dass man immer gut mit Merkel zusammengearbeitet habe. Im Übrigen sei dies keine taktische Entscheidung gewesen.

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